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Valve verbannt Amoklauf-Spiel Active Shooter von Steam

Ein Shooter, der einen Amoklauf an einer Schule simulieren kann, hat auf Steam nichts zu suchen, sagt Valve und schmeißt Active Shooter aus der Spiele-Plattform.

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Valve verbannt Amoklauf-Spiel Active Shooter von Steam

(Bild: Valve (Screenshot))

Das US-Softwareunternehmen Valve hat das Shooter-Spiel Active Shooter von seiner Internet-Vertriebsplattform Steam genommen und dabei zusätzlich den Entwickler Revived Games und den Publisher ACID entfernt. Das Unternehmen reagierte damit auf Kritik am First-Person-Shooter Active Shooter, der am 6. Juni auf den Markt kommen und über Steam vertrieben werden sollte. Bei dem Game kann der Spieler bei einem Amoklauf an einer Schule sowohl in die Rolle eines SWAT-Teammitglieds als auch in die Rollen des Amokläufers sowie von Schülern schlüpfen.

Politiker und Angehörige von Opfern von Massakern an US-Schulen hatten das Spiel, das vorab auf der Webseite von Steam in einem Trailer beworben wurde, stark verurteilt und Valve in einer Petition dazu aufgefordert, den Shooter nicht über Steam zu vertreiben. Mehr als 200.000 Menschen hatten die Petition auf change.org unterzeichnet.

Die Unterstützer der Petition bemängelten, dass Valve Profit aus dem Leid anderer Menschen ziehen wolle, räumten jedoch ein, dass das Spiel rechtlich unter die freie Meinungsäußerung falle. Das Verhalten des Unternehmens sei zwar legal, aber moralisch nicht vertretbar.

Valve hat seinen Entschluss, das Spiel nicht über Steam vermarkten zu wollen, gegenüber dem Online-Magazin Motherboard begründet. Auf die moralische Frage ging Steam dabei nicht ein. Vielmehr begründete das Unternehmen den Rauswurf damit, dass sich hinter Revived Games und ACID der Spieleentwickler Ata Berdiyev stehe. Er soll bereits im Herbst von der Steam-Plattform entfernt worden sein, weil er unter den Namen [bc]interactive und Elusive Team in seinem Spiel Piccled Ricc geschütztes Material der US-Zeichentrickserie "Rick and Morty" veröffentlicht hätte. Ferner soll er Kunden hintergangen und Rezensionen manipuliert haben.

Bei der Untersuchung zum Active-Shooter-Fall sei aufgefallen, dass hinter den unterschiedlichen Geschäftsnamen des Anbieters die gleiche Person gestanden hätte und bezeichnete Ata Berdiyev als "Troll". "Wir werden mit Leuten keine Geschäfte machen, die sich so gegenüber unseren Kunden und Valve verhalten", sagte das Unternehmen und kündigte an, seine Richtlinien für die Inhalte zur Vermarktung auf Steam überarbeiten zu wollen.

Der Entwickler hatte angesichts der Kritik bereits im Vorfeld der Untersuchung von Valve in einer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass es nicht seine Absicht gewesen wäre, in dem Spiel irgendwelche Gewalt zu verherrlichen, besonders keine Massaker. Demnach habe er zunächst auch nicht vorgehabt, dass der Spieler die Rollen des Amokläufers und von Zivilisten übernehmen könne, habe sich dann aber wegen des "Gameplays" dazu entschieden.

Aufgrund der massiven Kritik und der möglichen Entfernung von Steam, hatte Ata Berdiyev außerdem angeboten, die Rolle des Amokläufers aus dem Spiel zu nehmen. Das hat Valve jedoch nicht davon abgehalten, ihn als Entwickler und Publisher sowie Active Shooter und seine sämtlichen anderen Spiele von Steam zu verbannen. (olb)