Menü
Technology Review

Kryptowährung staatlich verordnet: Venezuela forciert Petro

Das schwer gebeutelte Land Venezuela versucht mit einem ICO, neues Geld aufzunehmen. Theoretisch könnte daraus die erste staatliche Kryptowährung der Welt werden. Wird das funktionieren?

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 34 Beiträge
Venezolanische Kryptowährung Petro wirft viele Fragen auf

Mit dem Verkauf einer eigenen Kryptowährung namens Petro will Venezuela dringend benötigte Devisen ins Land holen und das internationale Finanzsystem umgehen. Laut Präsident Maduro wurden bereits Petro im Wert von mehr als drei Milliarden Dollar gekauft, und die staatliche Ölgesellschaft PDVSA sowie Behörden müssen die Kryptowährung verwenden und akzeptieren. Doch das Vorhaben zeigt einige Ungereimtheiten und wirft Fragen auf, wie Technology Review online in „Alle Augen auf Petro“ berichtet.

Mehr Infos

Das anfangs nur auf Spanisch und mittlerweile auch auf Englisch verfügbare Whitepaper zum Petro-ICO beruft sich auf den Revolutionär Hugo Chavez als Maduros Vorgänger und schwärmt von einer „unabhängigen, transparenten und offenen digitalen Wirtschaft“ – ähnliche Formulierungen findet man in Dutzenden Whitepapers zu geplanten ICOs. Besonders am Petro soll sein, dass er mit den riesigen Ölreserven Venezuelas besichert ist. Jedoch gibt es keinerlei konkrete Informationen darüber, wie und ob der Besitzer eines Petro wirklich den Eintausch gegen ein Fass Öl verlangen kann.

Zudem wurde das Whitepaper seit seiner Erstveröffentlichung mehrfach verändert, unter anderem in einem kritischen Punkt: Statt auf der Plattform Ethereum sollen Petros jetzt auf der NEM-Blockchain entstehen. Laut einem Bericht des US-Magazins Time ist der Petro letztlich ohnehin eher eine Art Testballon für Russland. Der politische Partner Venezuelas soll sich selbst für eine Kryptowährung interessieren, die Einführung aber vorerst für zu riskant halten und deshalb Venezuela mit dem Petro vorgeschickt und bei seiner Gestaltung mitgeholfen haben. Russland dementierte den Bericht.

Mehr dazu bei Technology Review online:

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige