Verärgerung über Systems-Newsletter

Auf die Zwangsregistrierung folgte der Newsletter: Die Messe München sieht in dem Versand wegen der bestehenden Kundenbeziehung keinen Rechtsverstoß.

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Von
  • Holger Dambeck

Die Registrierungspflicht auf der letzten Systems hatte viele Messebesucher verunsichert: Sie mussten Namen, Anschrift, E-Mail-Adresse und Interessengebiete eingeben, um auf die Messe zu kommen. Immerhin bot die Prozedur ein Opt-Out-Kästchen, um der Nutzung der Daten zu Marketingzwecken zu widersprechen. Dies tat so mancher, doch vergeblich. Ende Dezember erhielten alle registrierten Besucher die Ausgabe 1 des Systems-Newsletters.

Neben einigen Brancheninformationen wirbt die Messe darin für E-Mail-Marketing als "die effektivste Form der Internet-Werbung". Anzeigenkunden könnten mit dem Systems-world Businessletter "circa 50.000 Leser aus der ITK-Branche" erreichen. Und wem in der Diskussion um den Werbe-Etat die Argumente ausgehen, dem hilft die Münchner Messegesellschaft mit ihren "Neun Gründen für E-Mail-Marketing" auf die Sprünge.

Beschwerden von Besuchern gegen die unaufgefordert verschickte E-Mail weist die Messe München zurück. Wegen der bestehenden Geschäftsverbindung dürfe die Messe ihren Kunden den Newsletter auch ohne deren ausdrückliche Einwilligung zusenden, erklärte Prokurist Kurt Schraudy im Gespräch mit heise online. Dies decke sich mit der üblichen Rechtsprechung. Schraudy wies darauf hin, dass der Newsletter mit wenigen Mausklicks abbestellt werden kann.

Eine Besucherregistrierung wie jüngst in München könnte es auch zur diesjährigen CeBIT in Hannover geben. Sprecherin Gabriele Dörries sagte, man denke über das Thema nach, es sei aber noch keine Entscheidung gefallen. "Unsere Aussteller hätten diese Besucherdaten gern, aber das ist eine heikle Sache." Man habe von Besuchern und Ausstellern der Systems erfahren, dass viele mit der dortigen Registrierung nicht einverstanden gewesen seien. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, wer heute sein CeBIT-Ticket online kauft, muss seine E-Mail-Adresse preisgeben. Für die Bestellung wird sie nicht gebraucht. (hod)