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Gamescom

Verband der Spielentwickler tritt Kulturrat bei

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Der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen (GAME) ist jetzt Mitglied im Deutschen Kulturrat. Damit zeige der kulturpolitische Streit darüber, ob die Computer- und Konsolenspielebranche zum Kulturbereich gehört, "positive Wirkungen", betonte die Spitzenorganisation der Bundeskulturverbände am Donnerstag.

Diese Computerspiele-Branche zeichne sich nicht nur durch ein dynamisches Wachstum mit einem Umsatzplus von 21 Prozent im vergangenen Jahr aus, sondern auch als Auftraggeber für Künstler der unterschiedlichen künstlerischen Sparten – vom Designer über Drehbuchautoren bis hin zum Komponisten. Darüber hinaus wachse die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in den Unternehmen der Spieleindustrie, betonte der Kulturrat.

Aus Sicht des Geschäftsführers von GAME, Malte Behrmann, ist die Mitgliedschaft seines Verbandes im Deutschen Kulturrat ein "Meilenstein für die deutsche Medienpolitik – geradezu historisch", wie ihn der Kulturrat zitiert. "Damit ist die Spieleindustrie endgültig im kulturellen Bereich angekommen. Das ist ein großer Tag für die deutsche Spieleindustrie!" Auch der Geschäftsführer des Kulturrates, Olaf Zimmermann, zeigte sich erfreut: "Im letzten Jahr galt es so manchen Strauß auszufechten, wenn es darum ging, deutlich zu machen, dass Computerspiele zum Kulturbereich gehören."

Zimmermann hatte in der Vergangenheit einen heftigen Streit mit seinem Plädoyer ausgelöst, dass bei der Debatte um Gewalt in Computerspielen nicht über das Ziel hinausgeschossen werden dürfe und Kunstfreiheit auch für "Schund" in Anspruch genommen werden sollte. Zimmermann musste sich unter anderem gegen den Vorwurf zur Wehr setzen, mit seinem Plädoyer für Kunstfreiheit gleichzeitig Amokläufe von jungen Menschen zu billigen. Andere äußerten sich dagegen erfreut über eine Anerkennung ihrer künstlerischen Arbeit bei Computerspielen. (dpa) / (vbr)