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Verbraucher haben nur verhaltenes Interesse an Handy-TV

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Lediglich ein Prozent der deutschen Mobilfunkkunden nutzt derzeit mobile Fernsehangebote ("Handy-TV"), weitere zwei Prozent planen die Nutzung. Dies geht aus einer heute von TNS Infratest vorgestellten Studie hervor. Befragt wurden Mitte Februar insgesamt 1000 Privatpersonen zu ihrem Nutzungsinteresse an Handy-TV. Sieben Prozent aller Nutzer finden dieses Thema zumindest interessant. Bei den 14- bis 29-Jährigen ist der Anteil der Interessenten fast doppelt so hoch (13 Prozent).

Insgesamt gibt es der Studie zufolge vier Hauptursachen für das geringe Interesse an mobilem TV-Empfang: Für 35 Prozent sind vorwiegend die eigenen "Fernsehgewohnheiten" der Grund dafür, mobile TV-Dienste voraussichtlich nicht nutzen zu wollen. Mit 34 Prozent folgt "mangelndes Interesse an Fernsehen oder Handy" bei den Nichtnutzungsmotiven. "Technische Bedenken", wie beispielsweise ein zu kleines Display oder keine ausreichende Bild- und Tonqualität, halten 33 Prozent davon ab, mobil fernsehen zu wollen. "Kostengründe" wurden bei der Thematisierung der Ursachen bewusst ausgeklammert, um den Blick auf jene Hemmnisse zu richten, denen sich der Markt jenseits der Kostenfrage zu stellen hat, heißt es bei TNS Infratest.

Am einfachsten ließe sich Interesse an Handy-TV ausgerechnet bei Personen mit technischen Bedenken wecken, meinen die Marktforscher: Viele der Befragten haben Schwierigkeiten, sich Handy-TV auf ihrem Mobiltelefon vorzustellen. Hier sei Aufklärungsarbeit durch ein "adäquat aufbereitetes Produktmarketing" erforderlich. Etwas schwieriger werde dies sich bei der Gruppe gestalten, die ihre Fernsehgewohnheiten als Hinderungsgrund für Handy-TV anführt, da sich Gewohnheiten erfahrungsgemäß nur langsam ändern.

Derzeit bieten die Mobilnetzbetreiber Fernsehinhalte als UMTS-Streams an. Offenbar sind die Dienste so erfolgreich, dass zuletzt T-Mobile im Dezember sein Mobile-TV-Angebot erweiterte. Vor der CeBIT kündigten die Bonner heute an, dass Mobile-TV ab April kostenpflichtig wird – die Nutzer haben die Wahl zwischen einer Tagespauschale von zwei Euro und einem Monatsabo für 7,50 Euro. Vodafone verlangt für sein Angebot bereits seit Januar Gebühren in ähnlicher Höhe. Einen großen Schub für die Bekanntheit von mobilen Fernsehdiensten erwartet die Branche von Start von Broadcast-Diensten auf Basis von DMB oder DVB-H, die inzwischen meist "Handy-TV" genannt werden. Dieser war zum Start der Fußball-WM in Deutschland im Juni angestrebt. Verzögerungen drohen aber aufgrund des politischen Gezerres um Handy-TV und Auseinandersetzungen in der Industrie um den passenden Standard.

Zum Thema Handy-TV siehe auch: (ssu)

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