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Verbraucherschützer: Private Ladeinfrastruktur für E-Autos wird vernachlässigt

Elektroautobesitzer und solche, die es werden wollen, würden ihr Gefährt am liebsten daheim aufladen. Doch das ist dem vzbv bisher zu teuer.

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(Bild: Christoph Markus Schwarzer)

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"Die Möglichkeit des Ladens in der eigenen Garage ist für viele Autofahrer Grundvoraussetzung, um sich für ein Elektroauto zu entscheiden. Der Einbau privater Ladepunkte ist aber noch immer mit vielen rechtlichen und finanziellen Problemen verbunden", meint Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Die Vorschläge im Klimapaket der Bundesregierung, einzig mit steuerlichen Anreizen mehr private Ladepunkte zu schaffen, genügten nicht.

Eine flächendeckende Ladeinfrastruktur gilt als zentrale Voraussetzung dafür, dass Elektroautos den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen. Das Bundesverkehrsministerium hat dafür einen Masterplan entwickelt, der sich derzeit in der finalen Abstimmung befindet. 2020 sollen demnach erstmals auch 50 Millionen Euro für private Lademöglichkeiten bereitgestellt werden. Außerdem sollen verstärkt Ladepunkte an Kundenparkplätzen zum Beispiel an Supermärkten gefördert werden.

Am kommenden Montag wollen sich Vertreter der Bundesregierung und der Automobilbranche im Kanzleramt treffen, um unter anderem über den Aufbau der Ladeinfrastruktur zu sprechen. Der vzbv hat zusammen mit dem Bundesverband Solare Mobilität, Electrify-BW und der Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg ein Forderungspapier zur stärkeren Unterstützung des Einbaus privater Ladepunkte veröffentlicht.

Das Klimapaket sehe lediglich die Anrechnung des steuerlich wirksamen Handwerkerbonus beim Einbau einer privaten Ladestation vor, moniert der vzbv. Dabei zeigten Umfragen, dass 80 Prozent der E-Auto-Nutzer ihr Fahrzeug zu Hause laden wollen. Die Anschaffung einer "Wallbox" und die Installation durch einen Fachbetrieb seien aber mit hohen Kosten für den privaten Nutzer verbunden. Also sei eine zusätzliche finanzielle Unterstützung notwendig.

"Um der Elektromobilität den klimapolitisch notwendigen und politisch gewollten Schub zu verschaffen, müssen Verbraucher stärker unterstützt werden. Die derzeitigen rechtlichen und auch finanziellen Hürden müssen abgebaut werden, um das E-Auto für mehr Menschen attraktiv zu machen," erläutert Müller. Änderungen im Mietrecht und Wohnungseigentumsgesetz seien dafür Grundvoraussetzung. Zudem müsse die EU-Gebäuderichtlinie umgesetzt werden, die den Einbau von Leerrohren in der Bauphase sowie eine Mindestanzahl an privaten Ladepunkten auf Stellplätzen und in Tiefgaragen vorsieht.

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(anw)