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Verbraucherschützer klagen wegen "Like-Buttons" von Facebook

Nach den Datenschützern in Schleswig-Hostein reiben sich nun auch die Verbraucherschützer am "Gefällt-mir"-Knopf von Facebook. Und da der US-Konzern so schlecht zu packen ist, knöpft sich die Organisation gewerbliche Anwender aus Deutschland vor.

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Facebook

(Bild: dpa, Jens Büttner)

Verbraucherschützer aus Nordrhein-Westfalen klagen gegen das Bonus-System Payback und den Bekleidungshändler Peek & Cloppenburg wegen der "Gefällt mir"-Buttons von Facebook. Schon beim Aufrufen von Websites bekomme das Online-Netzwerk Daten über das Surfverhalten des Kunden, kritisierten die Verbraucherschützer.

Eine Sprecherin der Payback-Gesellschaft in München sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Unternehmen begrüße es, wenn eine Klage Klarheit schaffe. "Es geht hier um eine Funktion, die von Millionen Unternehmen weltweit zum Nutzen der Kunden eingesetzt wird."

Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass der Nutzer von der Verwertung seiner Daten für Werbezwecke nichts mitbekomme. "Wer im Netz nach Reisezielen sucht, eine Konzertkarte kauft oder nach dem passenden Outfit stöbert, geht nicht davon aus, dass diese Aktivitäten sofort auch von Facebook mitgelesen werden", kritisierte
Vorstand Wolfgang Schuldzinski. Mit dem Like-Button setze Facebook sogenannte Cookies auf die Rechner der Besucher, selbst wenn sie nicht bei Facebook registriert seien. Das sorgt schon länger für Kritik.

Insgesamt hatte die Verbraucherzentrale NRW sechs Unternehmen abgemahnt. Das Hotelportal HRS und der Tickethändler Eventim hätten inzwischen Unterlassungserklärungen abgegeben, erklärte Schuldzinski.
Mit dem Nivea-Anbieter Beiersdorf und dem Discounter Kik liefen noch Gespräche über eine außergerichtliche Einigung. Bei Peek & Cloppenburg geht es um die Website Fashion ID. (axk)