Verbraucherschützer mahnen Anbieter von Computerspielen ab

Electronic Arts, Take Two und Blizzard haben sich Abmahnungen des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen eingehandelt, weil Kunden das Recht auf private Sicherungskopien verweigert wird. Zumindest EA sieht auch gar keinen Grund für eine Sicherungskopie.

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Von
  • Volker Briegleb

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat nach einem Bericht des Berliner Tagesspiegel (Dienstagausgabe) drei Anbieter von Computerspielen abgemahnt. Die Verbraucherschützer argumentieren, Weltmarktführer Electronic Arts ("Sims"), die Vivendi-Tochter Blizzard Entertainment ("World of Warcraft") und Take Two Interactive ("GTA") würden ihren Kunden unzulässige Lizenzbedingungen auferlegen. Vor allem die Klausel, dass Käufer von der Spielesoftware keine private Sicherungskopie anfertigen dürften, hält der Verband für rechtswidrig.

Der vzbv-Vizevorstand Patrick von Braunmühl sieht darin einen Verstoß gegen das Urheberrecht: "Jeder Verbraucher hat das Recht, von seiner gekauften Software eine private Sicherungskopie zu ziehen", sagte von Braunmühl der Zeitung. Die Verbraucherschützer fordern die Anbieter auf, diese Klausel nicht mehr zu verwenden und drohen für den Fall der Weigerung mit einer Klage. Electronic Arts scheint es darauf ankommen zu lassen und will nicht unterschreiben. "Wir ersetzen jedem Käufer kostenlos die DVD, falls sie kaputt geht", sagte EA-Sprecher Martin Lorber der Zeitung. "Es gibt daher keinen Grund, warum der Kunde eine Sicherungskopie machen sollte."

Der Bundesverband der deutschen Verbraucherzentralen geht zusammen mit anderen europäischen Verbraucherorganisationen derzeit auch gegen die Nutzungsbedingungen des iTunes Musicstore vor. (vbr)