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Verbraucherschützer untermauern ihre Kritik an intelligenten Stromzählern

Nicht nur Stromgroßverbraucher sollen nach dem Willen der Bundesregierung Smart Meter bekommen, sondern auch Kleinverbraucher. Der Verbraucherzentrale Bundesverband erneuert seine Kritik daran.

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70 Prozent der 1002 Befragten lehnen laut TNS Emnid ab, mit intelligenten Stromzähler zwangsausgerüstet zu werden

(Bild: vzbv)

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Die Befragten sorgen sich vor allem um ihre Daten

(Bild: vzbv)

Verbraucherschützer sehen ihre Kritik mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Einführung von intelligenten Stromzählern ignoriert. Nun legt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit einer Umfrage nach, laut der 70 Prozent der Befragten die Smart Meter ablehnen. 38 Prozent befürchteten demnach zusätzliche Kosten, die mit dem Einbau der digitalen Stromzähler verbunden seien. Die Hälfte der Befragten sorge sich um die Sicherheit ihrer Daten. TNS Emnid hat dafür vom 17. bis 19. Oktober 1002 Personen im Alter ab 14 Jahren in Deutschland befragt.

Die Bundesregierung hat Anfang November einen Gesetzentwurf zur "Digitalisierung der Energiewende" auf den Weg gebracht. Demnach sollen Netzbetreiber auch Heime mit geringem Stromverbrauch mit Smart Metern aufrüsten dürfen. Der vzbv spricht von "Zwangsdigitalisierung" und meint, die digitalen Stromzähler seien möglicherweise in Industrie und bei gewerblichen Großverbrauchern ein Beitrag zur Energiewende, nicht aber bei durchschnittlichen Haushalten und Kleinsterzeugern. "Verbraucher sollten selbst entscheiden können, ob sie dem Einbau digitaler Stromzähler zustimmen", meint der vzbv.

Smart Meter seien teuer und brächten fast keine Vorteile für Verbraucher, erneuert der vzbv seine Kritik an intelligenten Stromzählern vom April dieses Jahres angesichts dessen, dass das Gesetz im Dezember 2015 im Bundesrat und im Januar 2016 im Deutschen Bundestag beraten werden soll. Zu erwarten seien jährliche Kosten in Höhe von bis zu 100 Euro für Bereitstellung und Nutzung der digitalen Stromzähler. Ein Nutzen sei hingegen aufgrund fehlender variabler Tarife und offener Fragen bei der Visualisierung des Verbrauchs nicht gesichert.

Der Gesetzentwurf "Digitalisierung der Energiewende" sieht vor, dass alle Haushalte mit einem Verbrauch von mehr als 6000 kWh ein intelligentes Messsystem bekommen sollen. Alle anderen Haushalte sollen schrittweise bis zum Jahr 2020 mit intelligenten Zählern ausgerüstet werden. In Haushalten, die weniger als 6000 kWh verbrauchen, könnten Netzbetreiber oder Vermieter den Einbau eines intelligenten Messsystems veranlassen. (anw)