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Verbraucherschützer warnen vor gefälschten USB-Sticks

Auf Online-Marktplätzen wie eBay oder AliExpress sind USB-Sticks mit großen Kapazitäten für wenig Geld erhältlich. Das sind häufig Fälschungen, sagt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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Verbraucherschützer warnen vor gefälschten USB-Sticks

Ein USB-Stick mit 2 TByte für nur 20 Euro? Das kann nicht sein, meint die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie warnt davor, solche Sticks zu kaufen, denn die meisten würden die beworbene Kapazität nicht besitzen.

Wir haben bereits 2004 das Programm H2test veröffentlicht (mittlerweile H2testw), das die tatsächliche Kapazität von Datenträgern ermittelt. Das Problem ist also nicht neu, und dennoch fallen Verbraucher immer wieder auf die Fälschungen der meist aus Fernost stammenden Sticks herein. SD-Karten sind ebenfalls immer wieder das Ziel von Fälschern, auch hier wird durch die Veränderung der Firmware eine deutlich höhere Kapazität vorgegaukelt.

Sucht man etwa bei eBay nach einem USB-Stick mit 2 TByte Kapazität, so listet der Marktplatz verschiedene Angebote von Händlern, aber auch einige von privaten Verkäufern. Nach unserer Einschätzung sind dies alles Fälschungen, die die beworbene Kapazität nicht bereitstellen werden.

Für einen Artikel in der kommenden c't haben wir den derzeit einzigen USB-Stick mit 2 TByte Kapazität getestet: den Kingston DataTraveler Ultimage Generation Terabyte, der laut unserem Preisvergleicher knapp 1500 Euro kostet (ab 1153,50 €). Auch er musste sich die Überprüfung mit H2testw gefallen lassen. Rund fünf Stunden dauerte die Überprüfung, aber danach war klar, dass der Stick die beworbene Kapazität auch wirklich aufweist.

Unser Testprogramm H2test2 bescheinigt dem Kingston DataTraveler Ultimate GT eine Kapazität von 2 TByte – nach knapp fünf Stunden Testdauer.

Gefälschte Sticks arbeiten häufig noch mit USB 2.0, da schätzt H2testw die Testdauer schon mal auf einige hundert Stunden. Möglicherweise vertrauen die Fälscher auch darauf, dass kein Käufer so lange Zeit auf die Bestätigung der beworbenen Kapazität warten möchte. Sicher ist: Wenn ein echter 2-TByte-Stick eines Markenherstellers rund 1500 Euro kostet, dann kann auch ein Billigheimer keinen Stick für ein Hundertstel des Preises herstellen. Flash-Speicher kostet nun einmal Geld. Wir raten daher dazu, bei jedem neu gekauften Speichermedium – ob USB-Stick, Speicherkarte oder SSD – zunächst mit einem Testprogramm wie H2testw zu überprüfen, ob die beworbene Kapazität vorhanden ist. Auch bei anderen Fehlern, etwa einigen nicht lesbaren Sektoren, sollte man das Gerät wieder an den Händler zurückschicken.

Siehe dazu:

  • Download H2testw
  • Download f3 (Linux-Port von H2testw)

(ll)