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Verbraucherschützer werfen Tele2 unlautere Telefonwerbung vor

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Verbraucherschützer haben den Telekommunikationsanbieter Tele2 wegen unlauterer Telefonwerbung ins Visier genommen. Die Beschwerden von Kunden wegen unerbetener Werbeanrufe häuften sich, erklärten Sprecher der Verbraucherzentralen von Nordrhein-Westfalen und Bayern am Freitag. Kein anderer Anbieter sei im vergangenen Jahr so negativ mit Telefonwerbung aufgefallen wie Tele2, hieß es in München.

Bei einem dieser Werbeanrufe hatten die Telefonwerber ausgerechnet den Juristen der bayerischen Verbraucherschützer am anderen Ende der Leitung. Der zog vor das Düsseldorfer Landgericht und erwirkte gegen Tele2 eine Unterlassungsverfügung (Aktenzeichen: 38 O 145/06). "Das Unternehmen ist hier ein Dauerkunde und schon häufiger abgemahnt worden", sagte ein Gerichtssprecher. Im vorliegenden Fall hatte sich Tele2 darauf berufen, das Direktmarketing nicht selbst durchzuführen. Zudem habe der Kläger an einem Gewinnspiel teilgenommen und dabei sein Einverständnis für Telefonwerbung erklärt.

"Solche Klauseln im Kleingedruckten von Gewinnspielen reichen nicht aus für ein generelles Einverständnis", befand dagegen das Gericht. "Wenn Tele2 das aggressive Marketing fortsetzt, werden wir auch weitere Fälle konsequent verfolgen", kündigte die Verbraucherzentrale Bayern an. Betroffene sollen sich an die örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentralen wenden.

Tele2 wies darauf hin, dass Werbeanrufe nicht an sich rechtswidrig seien. Im vorliegenden Fall habe Tele2 die Adressdaten von einem renommierten Adress-Lieferanten. Dieser habe vertraglich zugesichert, dass für jede Adresse eine wirksame Einwilligungserklärung des Verbrauchers vorliege, ihn telefonisch kontaktieren zu dürfen. Da sich die Erklärung im Fall als unwirksam erwiesen habe, müsse nun der Adressbroker mit Konsequenzen rechnen. (dpa) / (pek)

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