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Verbraucherzentralen warnen vor Aufweichung der Datenschutzregeln

Nur wenige Verbraucher glauben, dass sie von der EU-Datenschutzreform profitieren werden. Verbraucherschützer befürchten, dass Unternehmen die neuen Vorgaben zur Datennutzung missbrauchen werden.

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CeBIT 2015

(Bild: dpa, Peter Steffen)

Die große Mehrheit der Verbraucher will nicht, dass Unternehmen persönliche Daten aus dem Internet zusammenführen, auswerten und für sich nutzen dürfen. Nicht einmal jeder Zehnte (acht Prozent) fände das gut, 89 Prozent sind dagegen, wie aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nur zehn Prozent der rund 1.000 befragten Personen glauben, dass die Bildung solcher Profile unterm Strich mehr Vor- als Nachteile bringen würde. Unter den 18- bis 29-Jährigen sind es immerhin 20 Prozent, bei den Befragten ab 60 nur sechs Prozent.

Verbraucherschützer befürchten, dass Unternehmen es durch die EU-Datenschutzreform künftig einfacher haben, persönliche Angaben im Internet ohne Einwilligung des Verbrauchers für ihre Zwecke zu nutzen. Dann wäre dem Missbrauch dieser Daten Tür und Tor geöffnet, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, der dpa. «Darum wäre Deutschland gut beraten, sich für ein hohes Datenschutzniveau auf europäischer Ebene einzusetzen.»

Die EU-Staaten wollen die neuen Vorgaben im Juni auf den Weg bringen. Dann müssen sie sich noch mit dem EU-Parlament einig werden. (wre)