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Verdi kritisiert geplante Aufspaltung von T-Systems

Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi macht mobil gegen die geplante Aufteilung der Telekom-Großkundensparte T-Systems. Die Gewerkschaft befürchtet die Auslagerung unprofitabler Bereiche in eine Art "Bad Bank".

T-Systems

(Bild: dpa, Frank Rumpenhorst)

Die vom neuen T-Systems-Chef Adel Al-Saleh angekündigte Aufteilung der Telekom-Großkundensparte T-Systems in zwei rechtlich unabhängige Gesellschaften hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi scharf kritisiert und Proteste angekündigt. Laut einer Stellungnahme von Verdi habe es den Anschein, dass unprofitable Bereiche in eine eigene Gesellschaft ausgelagert werden sollen.

"Der Plan könnte sein, dass hier eine Art „Bad Bank“ gegründet werden soll, in der die schlechten Risiken gebündelt werden sollen", sagte Michael Jäkel, stellvertretender Aufsichtsrats-Chef von T-Systems International und Leiter der Fachgruppe IT/DV bei Verdi am Sonntag in Berlin. Die Folge könnten Entlassungen sein.

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Al-Saleh hatte letzte Woche gegenüber Führungskräften angekündigt, die Organisation von T-Systems verändern zu wollen. Nach Angaben von Telekom-Sprecher Michael Lindlar sollen künftig zwei voneinander rechtlich unabhängige Gesellschaften gegründet werden, um Kundenbedürfnissen besser entsprechen zu können.

Die eine Gesellschaft soll das klassische IT-Geschäft übernehmen, in der anderen das Telekommunikationsgeschäft gebündelt werden. Der bisher in IT, Telekommunikation und Digital aufgeteilte Vertrieb solle künftig gemeinsam durch eine Hand erfolgen.

Verdi und Mitarbeiter der T-Systems befürchten, dass die Abtrennung dazu genutzt werden könnte, das schwächelnde IT-Großkundengeschäft und die damit verbundenen Risiken in eine eigene GmbH auszulagern, um den Geschäftszweig bei Bedarf schneller abstoßen zu können. Die anderen, konzernnahen und profitableren Bereiche wolle man jedoch behalten. Außerdem habe es keine Risikoabwägung und Einbindung der Arbeitnehmervertreter in die Veränderungsprozesse gegeben.

Telekom-Sprecher Lindlar wies die Vermutung eines möglichen Verkaufs der IT-Sparte zurück und bekräftigte, dass ein Verkauf oder eine Aufgabe des Geschäftsbereichs nicht geplant sei. Die Zustimmung zu den Aufspaltungsplänen durch den Aufsichtsrat liegt derzeit noch nicht vor.

Im dritten Quartal 2017 sank der Auftragseingang bei T-Systems um 10 Prozent. Außerdem musste das Unternehmen rund 1,2 Milliarden Euro im operativen Segment Systemgeschäft abschreiben. (mit Material der dpa) / (olb)

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