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Verein: "Silicon Saxony" ist Vorbild für Ostdeutschland

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Die Entwicklung Sachsens zum größten europäischen Mikroelektronikstandort ist nach Ansicht des Vereins Silicon Saxony Vorbild für andere ostdeutsche Regionen. "Hier hat sich fast alles angesiedelt, was Rang und Namen in der Branche hat", sagte der Vereinsvorsitzende Thilo von Selchow in einem dpa-Gespräch. Das 2000 gegründete Netzwerk verbindet Hersteller, Zulieferer, Dienstleister, Hochschulen, Institute und Politik. 147 Firmen mit rund 15.000 Mitarbeitern sind Mitglied. Sie erwirtschaften einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro.

"Die Unternehmen wurden im Freistaat mit offenen Armen empfangen", sagte von Selchow. Maschinenhersteller, Produzenten und Dienstleister fanden eine gute Basis für die Ansiedlung. Oft konnte sich der Freistaat im Wettstreit der Regionen gegen renommierte Konkurrenten aus aller Welt durchsetzten. "Universitäten und Forschungseinrichtungen sind da, gut ausgebildete und motivierte Arbeitskräfte stehen für Jobs zur Verfügung", zählt von Selchow auf.

"Ausschlaggebend waren natürlich auch Förderungen durch das Land", sagte von Selchow. Der Verein Silicon Saxony brachte Firmen zusammen. Gemeinsam seien neue Produkte entwickelt worden. "An Querschnittstechnologien für die Mikroelektronikbranche der Zukunft wird mit vereinten Kräften und Ressourcen gearbeitet", sagte von Selchow. "Alleine würde das eine Firma nicht immer schaffen." Beispiel für Kooperation sei der Bau eines gemeinsamen Maskenzentrums von AMD, Infineon und DuPont in Dresden.

"Der Standort Dresden ist attraktiv", sagte von Selchow, Vorstandsvorsitzender des Halbleiterproduzenten ZMD Dresden. "Das industriepolitische Risiko des Freistaates, auf die Zukunft und den Wachstumsmarkt Mikroelektronik zu setzen, ist aufgegangen." Es sei zwar nicht alles auf eine Karte gesetzt worden. Die Mikroelektronik habe sich ihren Platz unter den sächsischen Leuchttürmen in der Wirtschaft wie Automobilbau und Biotechnologie aber gut behauptet. Viel Mut und Geld sei in das Silicon Saxony investiert worden. "Wir in Sachsen haben damit Glück gehabt." (jk)