Vergabe von .info-Domains im Juli entschieden

Im Juni geht die Verteilung von rund 17.000 .info-Domains, die aus der so genannten Sunrise-Vergabeperiode übrig sind, in die entscheidende Phase.

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Im Juni geht die Verteilung von rund 17.000 .info-Domains, die aus der Sunrise-Vergabeperiode übrig sind, in die entscheidende Phase. Seit März akzeptieren viele .info-Registrare im so genannten "Landrush 2" Vorregistrierungen für die Domains. Mitte Juni sollen diese Registrare ihre Listen bei der .info-Registry Afilias einreichen. Bis Ende des Monats dürfen noch Namen hinzugefügt oder gelöscht werden. Schließlich lost Afilias die teilweise sehr begehrten Domain-Namen dann in den ersten beiden Juliwochen im Round-Robin-Verfahren zu.

In der Sunrise-Periode durften nur Inhaber von Markennamen entsprechend lautende .info-Domains registrieren. Alle Namen, die damals nicht im Sinne der Vergaberichtlinien zugeteilt wurden, hat Afilias in einen Pool zur erneuten Vergabe im Landrush 2 gesteckt. "Die Namen, die im Landrush 2 freigegeben werden, sind erstklassige Namen und bezeichnen Kategorien, Orte und generische Namen", betont die .info-Registry. Das Vergabeverfahren sei eine gute Gelegenheit, sich für diese begehrten Namen registrieren zu lassen.

In der Tat ist wie schon während der Sunrise-Periode wieder ein Hauen und Stechen um die besten Plätze im umstrittenen Round-Robin-Verfahren entbrannt. In Deutschland nehmen acht Registrare Vormerkungen für ihre Kunden entgegen, darunter die beiden deutschen Afilias-Gesellschafter Epag und Schlund+Partner. Während Schlund nach dem "First-Come"-Prinzip jeden Registrierungswunsch annimmt, hält Epag seine Liste bewusst klein, um die Chancen für Zuteilungen zu steigern. Weniger Namen in der Liste haben zur Folge, dass die Wahrscheinlichkeit für jede Domain in der Liste steigt, in einer Round-Robin-Runde "gezogen" zu werden. Schlund hat derzeit etwa 9000 Namen in der Liste, Epag nach eigenen Angaben "deutlich unter 1000". Dafür verlangt Epag bei tatsächlicher Zuteilung einen stolzen Preis, denn man allerdings nicht nennen wollte.

Diese künstliche Verknappung von Listenplätzen machen sich einige "Zwischenhändler" zunutze. So erhielt die Wochenzeitung Zeit ein Angebot der Firma iMind, sich für sage und schreibe 45.000 Euro die Domain zeit.info sichern zu lassen. "Aufgrund unserer langen und guten Beziehungen zu weltweit vielen Providern können wir uns vorstellen, die Domain auf Basis eines Erfolgshonorars zu registrieren", formulierte iMind im Angebot. "Wir nutzen hier vor allem die 'Shortlists' einiger Registrare, deren Listenplätze zu Summen von über 10.000 Euro versteigert werden", erläuterte iMind-Geschäftsführer Dirk Krischenowski gegenüber heise online.

"Absolut lächerlich" seien solche Angebote, erklärte Afilias-Marketingchef Roland LaPlante im Gespräch mit heise online. "Es gibt keine Bevorzugung von einzelnen Registraren." Dafür sorge die zweistufige Vermischung der Listen vor dem eigentlichen Auslosen der Namen. Dennoch haben Domains, die in kleineren Listen stehen, größere Chancen, zugelost zu werden. Das bestätigt auch Eric Schätzlein, Vorstandsmitglied bei Schlund+Partner. Den Registrierungswunsch bei mehreren Providern abzusetzen, erhöhe ebenfalls die Zuteilungswahrscheinlichkeit. Allerdings halte es für "Bauernfängerei", die Summe von 45.000 Euro für eine solche Dienstleistung zu fordern. (hob)