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Vergewaltigungsvorwurf: Waffendrucker Cody Wilson entgeht Gefängnis

Dank einer Einigung mit der Anklage muss Cody Wilson nicht ins Gefängnis. Er gilt aber nun als Sexualstraftäter und unterwirft sich rigiden Kontrollen.

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Cody Wilson

(Bild: Ghost Gunner)

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Cody Wilson, der umstrittene Gründer einer Internetplattform zur Verbreitung von 3D-Druckdateien für Schusswaffen muss dank einer Einigung mit der Anklage in seinem Gerichtsverfahren nicht ins Gefängnis. Wie Ars Technica berichtet, muss er sich als Sexualstraftäter registrieren lassen, 1200 US-Dollar Strafe sowie 4840 US-Dollar Entschädigung zahlen, 475 Sozialstunden ableisten und für sieben Jahre rigorose Kontrollen über sich ergehen lassen. Der Richter habe dem Deal zugestimmt, aber gleichzeitig versichert, dass Wilson für eine schwerere Straftat schuldig gesprochen worden wäre als die nun eingestandene.

Weltweit bekannt geworden war Wilson, als seine Gruppe Defense Distributed 2013 die weltweit ersten Dateien für den 3D-Druck einer kompletten Waffe online gestellt hatte. Damit ist es möglich, eine scharfe Pistole mit einem handelsüblichen 3D-Drucker nahezu komplett aus Kunststoff herzustellen. Die Waffe ist daher auch kaum durch Metalldetektoren aufzuspüren. 2018 hatte dann die Trump-Regierung ihren Widerstand gegen das Online-Portal aufgegeben, woraufhin mehrere US-Bundesstaaten juristisch dagegen vorgingen. Vor einem Jahr war dann wegen einer vorgeworfenen Vergewaltigung einer Minderjährigen nach Wilson gefahndet worden. Wilson wurde dann aus Taiwan ausgeliefert.

Mit der Verteidigung einigten sich seine Anwälte nun darauf, dass sich Wilson des Vorwurfs "Verletzung eines Kindes" für schuldig bekennen würde. Damit konnte er einer Gefängnisstrafe aus dem Weg gehen. Die Mutter des Opfers erklärte vor Gericht nun, dass ihre Familie große Angst bekommen habe, als sie erfahren hat, mit wem sie es zu tun hatten. Ihr Alltag sei zerbrochen und sie habe in ständiger Sorge um ihre Tochter gelebt. Anders als Wilson, der trotz seiner Suche nach öffentlicher Aufmerksamkeit nach Bekanntwerden der Vorwürfe geflohen sei und sich versteckt habe, habe ihre Tochter Mut bewiesen: "Die Wahrheit ist, Sie verstecken Sich nun hinter den Gesetzen jenes Landes, über das sie sich jahrelang lustig gemacht haben", warf sie ihm noch vor.

Die Verteidigung hatte immer darauf bestanden, Wilson habe nicht gewusst, dass er es mit einer Minderjährigen zu tun gehabt hatte. Ars Technica erinnert aber daran, dass die Polizei das nicht für möglich gehalten hatte. Wenn man das Alter des Opfers überhaupt falsch hätte einschätzen können, dann insoweit als man sie für jünger halten würde als sie ist. Wilson, der bei Defense Distributed keine Rolle mehr spielt, muss sich nun unter anderem in Therapie begeben. Außerdem werden seine Eingaben an Rechnern überwacht und ihm ist es untersagt, Schusswaffen zu besitzen. Ihm ist es während des nächsten sieben Jahre außerdem verboten, Alkohol zu trinken oder Drogen einzunehmen.

[Update 13.09.2019 – 10:00 Uhr] Die Verteidigung hatte Wilsons Argument in Bezug auf die Minderjährigkeit vorgebracht. Die falsche Zuschreibung wurde korrigiert. (mho)