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Vergewaltigungsvorwurf: Waffendrucker Cody Wilson offenbar auf der Flucht

Cody Wilson will Baupläne für Schusswaffen im Internet verbreiten. Nun wird er wegen strafbarem Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen gesucht.

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Waffen aus dem 3D-Drucker: Cody Wilson auf der Flucht

Cody Wilson im Jahr 2013

(Bild: Kamenev, CC BY-SA 3.0 )

Cody Wilson, der umstrittene Gründer einer Internetplattform zur Verbreitung von 3D-Druckdateien für Schusswaffen wird von US-Strafverfolgern gesucht. Ihm wird die Vergewaltigung einer 16-Jährigen vorgeworfen, teilt der U.S. Marshals Service mit, der mit der Fahndung beauftragt wurde und ein Fahndungsplakat veröffentlicht hat. Derweil ist bereits bekannt, dass Wilson sich in Taiwan aufhält und einen gebuchten Rückflug nicht angetreten hat, nachdem er von den Ermittlungen erfahren hat, berichtet der Statesman aus Austin in Texas.

Der Fahndungsaufruf

(Bild: U.S. Marshals Service)

Wie die Zeitung schreibt, hatte das Mädchen der Polizei in Austin erklärt, dass sie Wilson über eine Internetplattform namens SugarDaddyMeet.com kennengelernt und sich mit ihm verabredet hatte. Dann seien sie in ein Hotel gegangen, wo der strafbare Geschlechtsverkehr stattgefunden haben soll – weil sie keine 17 Jahre alt ist, gilt das in dem Bundesstaat als Vergewaltigung. Er habe ihr danach 500 US-Dollar bezahlt. Nach Taiwan sei er geflogen, nachdem er erfahren habe, dass das Mädchen zur Polizei gegangen war. Warum er nach Taiwan geflogen ist, weiß die Polizei nach eigener Aussage nicht.

Wilson war bekannt geworden, als seine Gruppe Defense Distributed 2013 die weltweit ersten Dateien für den 3D-Druck einer kompletten Waffe online gestellt hatte. Mit den Plänen ist es möglich, eine scharfe Pistole mit einem handelsüblichen 3D-Drucker nahezu komplett aus Kunststoff herzustellen. Die Waffe ist daher auch kaum durch Metalldetektoren aufzuspüren. Kurze Zeit danach war der Bauplan auf Bitten der Behörden hin wieder aus dem Netz genommen worden. In der Folge lieferte sich Wilson einen Rechtsstreit mit der Abteilung für die Kontrolle des Waffenhandels im US-Außenministerium.

Vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass die nun von Donald Trump geführte US-Regierung ihren Widerstand gegen Wilsons Vorhaben eingestellt hatte. Der Aktivist will, dass Nutzer seines Internetportals Baupläne für praktisch alle Schusswaffen hochladen können. Dabei beruft er sich auf das verfassungsmäßig verbriefte Recht auf Redefreiheit und sieht sich in der Tradition der Auseinandersetzung um die Verschlüsselungstechnik PGP. Gegen seine Pläne gehen derzeit mehrere US-Bundesstaaten vor, aber Wilson bekommt auch Unterstützung von Internetaktivisten.

Laut Ars Technica hat Wilson in Taiwans Hauptstadt Taipeh zuletzt versucht, ein Apartment zu mieten. Dabei sei er erkannt und die Behörden informiert worden. Jetzt werde er auch in Taiwan selbst gesucht. Zwischen Taiwan und den USA gibt es den Berichten zufolge kein Auslieferungsabkommen, aber Wilson könnte dazu verpflichtet werden, die Insel zu verlassen. (mho)

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