Vergleichstest: Nicht alle Notbremsassistenten retten Fußgänger

Autos deutscher Hersteller schnitten bei einem Test von Notbremsassistenten in den USA relativ gut ab.

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Vergleichstest: Nicht alle Notbremsassistenten retten Fußgänger

(Bild: iihs.org)

Von
  • Andreas Wilkens

Halloween ist für US-amerikanische Fußgänger einer der tödlichsten Tage. Vor diesem Hintergrund hat das Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) der US-Versicherer nun Ergebnisse eines Tests veröffentlicht, für den Notbremsassistenten von diversen Automodellen untersucht wurden, darunter fünf Fahrzeuge deutscher Hersteller.

Mit der Beurteilung "superior" am besten abgeschnitten haben dabei der Audi A4, BMW 3er, Mercedes-Benz C-Klasse sowie Subaru Outback, Nissan Maxima und Volvo S60. Bis auf die C-Klasse ist der Assistent in den Fahrzeugen standardmäßig eingebaut. Dieser sorgte dafür, dass das Auto in sechs Szenarien mit einem Fußgängerdummy zumindest stark abbremste und in "den meisten Fällen" eine Kollision vermied.

Die Notbremsassistenten des BMW 3er sowie des Honda Accord, Lexus ES 350, Mazda 6, Nissan Altima, Tesla Model 3 und Toyota Camry reduzierten ebenso die Geschwindigkeit, allerdings nicht so zuverlässig und wurden daher vom IIHS als "advanced" eingestuft. Systeme, die in einem oder mehr Szenarien nicht deutlich das Autos abbremsten, wurden als "basic" bewertet – so wie der Chevrolet Malibu und die Standardausrüstung des Mercedes-Benz C-Klasse – oder bekamen keine Empfehlung wie der Ford Fusion, Hyundai Sonata und Kia Optima.

2018 seien mehr als 6000 Fußgänger im US-amerikanischen Straßenverkehr getötet worden, schreibt das IIHS. Seit einem statistischen Tiefpunkt im Jahr 2009 sei die Zahl der tödlichen Unfälle von Fußgängern um 53 Prozent gestiegen. Von 2013 bis 2017 seien durchschnittlich die meisten Fußgänger am 31. Oktober und 1. November tödlich angefahren worden.

Notbremssysteme könnten helfen, allerdings bauten die Autohersteller fortgeschrittene Systeme entweder in Luxusausführungen ein oder böten sie als teure Zusatzausstattung an, moniert das IIHS. Umso bemerkenswerter seien die im Nissan Maxima und im Subaru Outback serienmäßig eingebauten Systeme.

Getestet wurden die Notbremssysteme einmal, indem ein Erwachsenendummy die frei einsichtige Straße überquert und das Auto mit 20 beziehungsweise 40 km/h fährt, bei gleichen Geschwindigkeiten ein Kinder-Dummy hinter einem seitlich geparkten Auto hervorkommt und in zwei weiteren Szenarien mit einem Fußgängerdummy, das die Fahrbahn entlanggeht, während das herannahende Auto 40 beziehungsweise 60 km/h fährt. Das Auto hatte dabei in einer Reaktionszeit von bis zu zwei Sekunden zu halten. Die Tests wurden tagsüber bei Trockenheit absolviert. (anw)