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Verhaltensstörungen bei den Kindern durch Handynutzung in der Schwangerschaft?

Frauen, die während der Schwangerschaft nur zwei- bis dreimal täglich mit dem Handy telefonieren, erhöhen nach einer großen Studie bereits das Risiko, dass ihre Kinder Verhaltensstörungen entwickeln. Für die Studie, die in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Epidemiology erscheint, wurden von den Wissenschaftlern an der University of Los Angeles (UCLA) und der Universität von Aarhus Daten von mehr als 13.000 dänischen Kindern aus den 90er-Jahren ausgewertet. Damals waren Handys noch nicht so verbreitet, sodass die Hälfte der Mütter sie nicht oder nur unregelmäßig benutzten, wodurch ein Vergleich überhaupt möglich war. Die Beobachtung der Kinder erstreckte sich bis zu deren siebtem Lebensalter.

Nach den Ergebnissen, die vom Independent berichtet werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder Verhaltensstörungen wie Hyperaktivität entwickeln, wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft mit dem Handy regelmäßig telefoniert haben, um über 50 Prozent höher als bei anderen Kindern. Die Wahrscheinlichkeit erhöht sich, wenn die Handynutzung intensiver ist. Wenn die Kinder dazu noch vor dem Alter von sieben Jahren selbst das Handy benutzen, steigt das Risiko auf 80 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, emotionale Störungen oder Hyperaktivität zu entwickeln, liegt bei den Kindern jeweils um 35 Prozent höher. 34 Prozent eher haben sie Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen und 49 Prozent eher Verhaltensprobleme.

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Angeblich seien die Wissenschaftler selbst von den Ergebnissen der Studie überrascht worden. Eine biologische Ursache für die Verhaltensauffälligkeiten sei unbekannt. Bei Berücksichtigung anderer möglicher Ursachen wie Rauchen während der Schwangerschaft, psychische Probleme in der Familie oder sozioökonomischer Status sei die Verbindung zwischen Handynutzung und Verhaltensstörungen bei den Kindern noch stärker hervorgetreten. Die Wissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass es durchaus andere Erklärungen geben könne und dass die Ergebnisse der Studie mit Vorsicht interpretiert sowie durch weitere Untersuchungen überprüft werden sollten. (fr)

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