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Verhandlungen über Telekom-Umbau ohne Ergebnis

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Die Gespräche über den Umbau der Deutschen Telekom und die geplante Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern sind festgefahren. Die Verhandlungen sind erst einmal ohne Ergebnis beendet worden, teilten die Telekom und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Donnerstag in Mayschoß mit.

Die Gewerkschaft lehnte ein nachgebessertes Angebot der Konzerführung ab und kündigte die Ausweitung der Protestaktionen an. Er sehe wenig Chancen für eine Einigung, sagte ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder. "Inhaltlich sind wir weit von einer Verständigung entfernt." Am Freitag kommender Woche soll die Große Tarifkommission von ver.di über die Durchführung einer Urabstimmung entscheiden, die Streiks nach sich ziehen würde. Telekom- Personalvorstand Karl-Gerhard Eick beteuerte, das Angebot des Konzern werde bis zum 2. Mai aufrechterhalten.

Die Telekom will die Mitarbeiter in drei Gesellschaften unter dem Dachnamen T-Service auslagern und damit seine Kosten senken. Die Beschäftigten sollen laut dem nachgebesserten Angebot neun Prozent weniger Lohn erhalten und länger arbeiten; zuvor hatte die Telekom neben der Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 34 auf 38 Stunden eine Gehaltskürzung um 12 Prozent verlangt. Im Gegenzug versprach das Unternehmen einen Kündigungsschutz und Verkaufsverzicht der Service-Gesellschaften bis 2010.

Bei einer Demonstration von Telekom- Mitarbeitern haben sich rund 100 Protestler gewaltsam Zutritt zum Hamburger Theater "Schmidts Tivoli" verschafft. Sie wollten ihren Vorstandschef René Obermann zur Rede stellen, der dort an einer Betriebsversammlung von Telekom-Angestellten teilnahm. Auf dem angrenzenden Spielbudenplatz hatten sich laut der Gewerkschaft ver.di insgesamt rund 2000 wütende Mitarbeiter der Deutschen Telekom zusammengefunden, um gegen die geplante Auslagerung von Arbeitsplätzen zu demonstrieren.

Unter der heißen Mittagssonne und dem ohrenbetäubenden Lärm der Protestler kochten die Emotionen schnell hoch. Eine Gruppe von Demonstranten verschaffte sich Zutritt zum Versammlungssaal und skandierte lautstark "Feigling", bis Vorstandschef Obermann Gesprächsbereitschaft signalisierte. Doch nachdem die Protestler das Gebäude verlassen hatten, ließ er mitteilen, dass er nur mit einer Delegation verhandeln würden, mit einer aufgewühlten Menschenmenge sei nicht sinnvoll zu diskutieren. ver.di-Bereichsleiter Jürgen Sauer sagte daraufhin auf der Kundgebungsbühne: "Herr Obermann plant, das Lohnleistungsverhältnis um 40 Prozent abzusenken und gefährdet damit ganze Familien. Dass er sich hier nun nicht zeigt, ist ein Skandal."

Die Hamburger Telekom-Beschäftigten hatten sich zu einer Betriebsversammlung im Hamburger Congress Centrum zusammengefunden und waren dann gemeinsam mit streikenden Kollegen aus dem Hamburger Umland zum Kundgebungsort nach Hamburg-St. Pauli gezogen. "Wir wenden uns mit dieser Aktion gegen Arbeitsplatzvernichtung, Zerschlagung und Lohndrückerei bei der Telekom", erklärte ver.di-Sprecherin Sabine Bauer.

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(dpa) / (jk)