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Verhütungsgel für Männer: Umfangreiche klinische Studie geplant

Noch gibt es keine zugelassene hormonelle Verhütungsmethode für Männer, doch das könnte sich ändern: 400 Paare sollen ein Gel testen, das auf den Oberkörper aufgetragen wird und die Spermien-Produktion hemmen soll.

Umfangreiche klinische Studie zu Verhütungsgel für Männer geplant

(Bild: Ms. Tech)

In den USA und weiteren Ländern soll im kommenden April eine klinische Studie beginnen, in der 400 Paare ein Hormon-Gel testen, das die Spermien-Produktion bei Männern hemmen und so Schwangerschaften verhindern soll. Das Gel enthält die Hormone Progestin und Testosteron in synthetischer Form und muss täglich auf Oberarme und Schultern aufgetragen werden. Die Studie ist das bislang größte Projekt in den USA zum Test einer hormonellen Verhütungsmethode für Männer, berichtet Technology Review online in „Das Gel für den Mann“.

Die jüngste große Studie mit hormoneller Verhütung für Männer fand von 2008 bis 2012 in Europa statt; die Teilnehmer erhielten alle zwei Monate eine Hormon-Spritze. Durch die Injektionen wurde die Sperma-Produktion unterdrückt, und die Partnerinnen der Probanden wurden nicht schwanger. Aber die Männer litten unter Stimmungsschwankungen und anderen schweren Nebenwirkungen. In dem neuen Gel hält Progestin die Hoden davon ab, genügend Testosteron für eine normale Spermien-Produktion zu produzieren. Das künstliche Testosteron wird benötigt, um das durch Progestin verursachte Hormon-Ungleichgewicht zu beheben, löst aber keine Sperma-Produktion im Körper aus.

Damit bleibt die Frage, ob Männer das Gel auch benutzen werden. In der Vergangenheit haben Pharmafirmen nicht viel Interesse an Verhütungsmitteln für Männer gezeigt. Klinische Studien dauern Jahre und sind enorm teuer, also sind sie ein riskantes Unterfangen, zumal es schon viele Verhütungsmittel für Frauen gibt. Forscherinnen wie Régine Sitruk-Ware, Wissenschaftlerin beim Population Council, glauben allerdings, dass sich die Ansichten dazu verändern. Männer, insbesondere jüngere, seien heutzutage offener für die Einsatz von Verhütungsmitteln. „Es geht hier um Geschlechtergleichheit“, sagt sie. „Männer wollen in der Lage sein, ihre eigene Fruchtbarkeit zu kontrollieren und nicht zu einer Vaterschaft gezwungen zu werden.“

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