VeriSign kauft Handy-Portal Jamba [Update]

Jamba ist spezialisiert auf Inhalte für das mobile Internet und für Handy-Nutzer; Verisign bietet Internet-Sicherheitsdienstleistungen und betreibt unter anderem die Registry für .com-Adressen.

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Von
  • Teo Lukas

Die amerikanische Telekom- und Internet-Dienstleistungsfirma VeriSign, unter anderem Betreiber der Registry für .com-Adressen und in letzter Zeit durch umstrittene Dienste wie den Sitefinder ins Gerede gekommen, übernimmt das Berliner Unternehmen Jamba für 273 Millionen US-Dollar. Die Transaktion soll zum Teil in bar und zum Teil durch Aktien abgewickelt werden.

Jamba ist spezialisiert auf Inhalte für das mobile Internet und für Handy-Nutzer, darunter etwa auch Klingeltöne und Logos. VeriSign bietet neben dem Registry-Betrieb beispielsweise Sicherheits-Dienstleistungen für das Internet an, verkaufte aber sein Geschäft als Registrar-Dienste zur Endkunde-Registrierung für .com-Adressen vor einiger Zeit. Die Firma war durch Übernahme von Network Solutions, des Ex-Monopolisten für das Registry- und Registrar-Geschäft mit .com-Adressen, ins Geschäft mit den Internet-Adressen eingestiegen.

Die Transaktion zur Übernahme von Jamba muss noch von den deutschen Aufsichtsbehörden gebilligt werden und soll bis Ende des zweiten Quartals über die Bühne gehen. VerSign wird 65 Prozent der Kaufsumme in bar und den Rest in Form von Aktien zahlen. VeriSign übernimmt die mehr als 300 Jamba-Mitarbeiter. Zwei der Jamba-Gründer, Marc und Oliver Samwer, wollen über VeriSign in den amerikanischen und asiatischen Markt vorstoßen.

Der Kauf könne einige Auswirkungen auf die Ergebnisse des zweiten Quartals haben, erklärte VeriSign. Der Kauf werde in der zweiten Jahreshälfte rund 70 Millionen Dollar zusätzlichen Umsatz bringen. Er werde 2004 für den Gewinn pro Aktie ergebnisneutral sein und den Gewinn pro Aktie im Jahr 2005 leicht erhöhen.

Die drei Samwer-Brothers haben sich damit eine zweite goldene Nase verdient. Im Jahr 1999 hatten sie ihr erst wenige Monate zuvor gegründetes Internet-Auktionshaus Alando.de an E-Bay verkauft. Damit waren sie zu Millionären und zum Inbegriff der "Startup-Boygroups" geworden, die zu Zeiten des Börsenhypes das Netz und die Welt zu revolutionieren gedachten. (tol)