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Verkäufer protestieren gegen geplantes eBay-Bewertungssystem

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Der Online-Marktplatz eBay will sein vor einigen Tagen angekündigtes, umstrittenes neues Bewertungssystem in diesem Jahr auch in Deutschland einführen. Danach können Verkäufer keine negativen Bewertungen mehr über Käufer abgeben. Wann das neue System hierzulande wirksam wird, stehe noch nicht fest, sagte Unternehmenssprecher Nerses Chopurian am Mittwoch der dpa. Einzelheiten zu den Änderungen wird das Unternehmen am kommenden Montag in Berlin bekannt geben. Unterdessen haben zahlreiche Verkäufer in den USA das neue System kritisiert. Sie fürchten, sich nicht mehr gegen säumige Käufer wehren zu können.

"Auch in Deutschland werden die Änderungen lebhaft diskutiert", sagte Chopurian. Zahlreiche große Kunden hätten im Gespräch mit eBay die Änderungen aber begrüßt. Das überarbeitete Bewertungssystem hatte eBay vergangene Woche zusammen mit einem neuen Gebührenmodell vorgestellt. In den USA sollen die Änderungen zum kommenden Mai wirksam werden. In der Vergangenheit habe es vielfach Missbrauch bei Bewertungen gegeben, wiederholt hätten Verkäufer aus Rache kritischen Kunden selbst eine negative Bewertung verpasst. In der Folge hätten sich viele Käufer nicht mehr getraut, negative Bewertungen abzugeben.

Solche Missbrauchsfälle sollen künftig vermieden werden. "Solange der Käufer zahlt, ist keine negative Bewertung durch den Verkäufer nötig", sagt Chopurian. eBay biete bereits Möglichkeiten an, säumige Käufer zu melden. "Die Verbesserung des Verkäufer-Services werden wir künftig mit mehr Kapazität unterstützen."

Mit den neuen Bewertungsregeln und dem generalüberholten Gebührenmodell will sich eBay dem wachsenden Konkurrenzdruck unter anderem durch den Online-Einzelhändler Amazon stellen. Erst vor gut zehn Tagen hatte die langjährige eBay-Chefin Meg Whitman ihren Rückzug zum März angekündigt. Neuer Chef ist John Donahoe, der seit 2005 das Auktionsgeschäft von eBay führt. (dpa) / (ad)

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