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Verkauf des Eee PC hat begonnen

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Das Mini-Notebook Eee PC verkauft Asustek ab sofort in Taiwan in vier Ausstattungen zu Preisen zwischen umgerechnet 173 und 300 Euro. Ein Eee PC wiegt 920 Gramm, hat ein 7-Zoll-Display und läuft mit Intel-Hardware und Chipsatzgrafik unter Linux. Mit 22,5 cm × 16,5 cm × 3,5 cm ist er nur so groß wie ein externes Festplattengehäuse.

Die vier Modelle unterschieden sich im Speicherplatz und in der Akkukapazität. Der Einsteiger Eee PC 2G Surf für 173 Euro greift auf nur 256 MByte DDR2-Speicher zu und bringt 2 GByte Flash-Speicher mit. Eine Festplatte hat der Eee PC nicht. Der 4400-mAh-Akku reicht für 2,8 Stunden Laufzeit. Eee PC 4G Surf (216 Euro) und Eee PC 4G (240 Euro) haben 512 MByte DDR2-RAM und 4 GByte Flash-Speicher. Im Eee PC 4G steckt ein 5200-mAh-Akku, der 3,5 Stunden überbrücken soll. Für 300 Euro gibts den Eee PC 8G mit 1 GByte Hauptspeicher und 8 GByte Flash-Speicher sowie dem größeren der beiden Akkus.

Wegen des kleinen Displays, des geringen Speicherplatzes und vermutlich auch wegen der knappen Rechenleistung kann der Eee PC normalen Notebooks nicht das Wasser reichen, aber als leichter Begleiter für unterwegs lockt er wegen des konkurrenzlos günstigen Preises. Mobilfunkanbindung fehlt ihm, WLAN ist an Bord. Die Port-Ausstattung beschränkt sich auf USB, VGA, Analog-Audio und einen SD-Card-Schacht.

Asustek plant den Verkauf des Eee PC unter der Marke Asus sukzessive auf weitere Länder auzudehnen. Nach Asien soll Ende Oktober die USA folgen und einen Monat später auch Europa. Asus Deutschland will am 6. November die Fachpresse informieren, der Verkauf könnte hierzulande ab Ende November anlaufen. Weltweit will Asustek dieses Jahr noch 200.000 Geräte ausliefern. Ausstattungsdetails und Preise außerhalb von Taiwan hält das Unternehmen derzeit noch zurück.

Zum Launch des Eee PC gestern in Asien überraschte Asustek mit der Ankündigung, dass zukünftig auch Windows auf dem Eee PC laufen soll. Man darf gespannt sein, denn die Bildschirmauflösung (vermutlich 800 × 480) reicht weder für XP noch für Vista, von den Hardware-Anforderungen ganz zu schweigen. Vielleicht kommt für das Windows-Modell das 10-Zoll-Display infrage, das Asustek ursprünglich mit angekündigt hat.

Asustek peilt mit dem Eee PC auch den Vertrieb in Schwellenländern an und macht damit One Laptop per Child (OLPC) mit dem rund 200 Euro teuren XO-Laptop das Leben schwer. Der weltgrößte Laptop-Hersteller Quanta will den XO bauen, hat aber mit der Finanzierung durch OLPC zu kämpfen. Der Einstieg von Intel in OLPC ist eine weitere Unbekannte. Intel selbst hat mit dem Classmate PC ein Lowcost-Notebook für etwas mehr als 200 Euro im Programm – hergestellt von Asustek. Der XO ist nicht fertig, der Classmate wird in geringen Stückzahlen ausgeliefert, der Eee PC ist jetzt da – der Kampf um Märkte in Entwicklungs- und Schwellenländern hat begonnen.

Nach Berichten asiatischer Online-Medien plant Asus angeblich, bis Mitte 2008 neue Varianten des Eee PC mit Intels kommender UMPC-/MID-Plattform Menlow (Silverthorne-CPU mit Single-Chip-"Chipsatz" Poulsbo) vorzustellen. Dabei sei auch an lüfterlose Geräte und den Einbau von 8- und 8,9-Zoll-Bildschirmen gedacht.

Wahrscheinlich steckt aber statt Silverthorne im künftige Eee PC eher Diamondville, denn diesen neuen Prozessor für Billig-Notebooks (wie eben den Eee PC oder den XO) hat Intel auf dem zweitägigen Entwicklerforum in Taipeh (IDF Taiwan) angekündigt, das gestern zu Ende ging. Bei Diamondville dürfte es sich um eine Silverthorne-Variante handeln – Mooly Eden, Chef der Intel-Mobilsparte, hatte bereits vor einigen Wochen angedeutet, dass sich Silverthorne beziehungsweise Menlow wegen ihrer kleinen Chip-Fläche grundsätzlich auch für besonders billige Geräte eignen würden. Intel-CEO Otellini hatte die im Frühjahr 2008 erwartete Silverthorne-Einführung als für sein Unternehmen "wichtigste Produkteinführung seit Jahren" bezeichnet. (jr)

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