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Vermessung der Milchstraße: bislang größte Distanz ermittelt

Die genaue Form unserer Heimatgalaxie ist nicht so leicht zu ermitteln, da wir nicht von außen auf sie blicken können. Forschern ist nun ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer vollständigen Vermessung unserer Heimatgalaxie gelungen.

Bislang größte Distanz in der Milchstraße ermittelt

Die ermittelte Distanz

(Bild: © Bill Saxton, NRAO/AUI/NSF; Robert Hurt, NASA)

Dank eines globalen Netzwerks aus Radioteleskopen haben Astronomen die Entfernung einer Region am anderen Ende der Milchstraße deutlich genauer gemessen als jemals zuvor. Die Analyse soll den Auftakt für eine genaue Vermessung unserer Heimatgalaxie bilden, an deren Ende wir wissen, wie genau die Milchstraße von oben aussieht.

Erst einmal haben die Forscher des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie und des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics nun ermittelt, dass das Sternentstehungsgebiet G007.47+00.05 ganze 66.000 Lichtjahre von uns entfernt ist – weit jenseits des galaktischen Zentrums in einer Distanz von 27.000 Lichtjahren.

Das simple Messprinzip

(Bild: © Bill Saxton, NRAO/AUI/NSF; Robert Hurt, NASA )

Für die Messung haben die Astronomen auf die Methode der trigonometrischen Parallaxe zurückgegriffen, mit der Friedrich Wilhelm Bessel 1838 erstmals die Entfernung zu einem Stern ermittelt hat. Dabei wird die scheinbare Verschiebung eines Objekts am Himmel ermittelt, die während des Umlaufs der Erde um die Sonne auftritt. Durch einfache Trigonometrie kann dann dessen Entfernung berechnet werden.

Je weiter ein Objekt entfernt ist, desto kleiner ist aber die scheinbare Verschiebung und desto genauere Instrumente sind nötig. Die Forscher nutzten nun einmal mehr das Radioteleskop-Netzwerk VLBA (Very Long Baseline Array) mit Antennen in Nordamerika, Hawaii und der Karibik.

Mit ihrer Vermessung haben die Astronomen nachgewiesen, dass sie unsere Distanz zu Objekten am anderen Ende der Milchstraße ermitteln können. Das heißt, sie können Objekte in der ganzen Galaxie derart analysieren und eine ausreichende Anzahl von Entfernungen ermitteln, um die Form und den Verlauf der Spiralarme zu ermitteln. Am Ende soll ein Bild entstehen, das zeigt, wie sich unsere Milchstraße einem Beobachter zeigen würde, der sie von weit über ihrer Ebene ansehen könnte. Bis dahin sei zwar noch jede Menge mühevoller Datenanalyse notwendig, aber in zehn Jahren sollte es komplett sein, ist Mark Reid vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics sicher. (mho)

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