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Vernetzte Kühe

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Wissenschaftler aus den USA und Australien wollen Rinderherden mit Hilfe von WLAN und GPS unter Kontrolle halten. Zack Butler, Peter Corke, Ron Peterson und Daniela Rus haben ein entsprechendes Experiment am Sonntag im Rahmen eines Workshops der Fachtagung mobisys 2004 vorgestellt

In ihrem Aufsatz Networked Cows: Virtual Fences for Controlling Cows (pdf) beschreiben die Wissenschaftler den Aufbau: Sie statteten zehn Kühe mit elektronischen Halsbändern aus, die neben einem GPS-Empfänger einen Zaurus-PDA mit WLAN-Karte und einen kleinen Lautsprecher enthielten. Kam eine Kuh einem -- durch GPS-Koordinaten definierten -- virtuellen Zaun zu nahe, spielte der PDA Geräusche ab, die die Kuh erschrecken und so zum Anhalten bewegen sollte. Bedauerlicherweise wurden die Kühe im Experiment in der Regel zwar langsamer, blieben aber nicht stehen. Die Forscher überlegen deshalb, den Tieren leichte Elektroschocks zu verabreichen.

Neben der rein praktischen Anwendung der Kontrolle großer Herden in unzugänglichen Gebieten wollten die Wissenschaftler auch grundsätzliche Daten sammeln, beispielsweise über die Erreichbarkeit einzelner Knoten in einem veränderlichen Netzwerk und die Dynamik des Herdenverhaltens. Unabhängig von Butler und Kollegen stellte ein norwegisches Konsortium auf der Tagung mit dem Elektronik Shepherd eine ähnliche Untersuchung zu mobilen Ad-hoc-Netzwerken vor. (wst)