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Vernetzte Lautsprecher: Sonos startet öffentliche Alexa-Beta und präsentiert neuen Lautsprecher

Sonos startet öffentliche Alexa-Beta

Durch ein Software-Update können Anwender aus USA, UK und Deutschland nun Sonos mit jedem Alexa-Gerät verbinden. Dazu gibt es einen neuen Sonos-Player mit eingebauter Alexa. 2018 will Sonos Apple Airplay 2 und Google Assistant unterstützen.

Sonos stellte in New York eine ganze Reihe von Neuerungen vor:

Sonos startet öffentliche Alexa-Beta und präsentiert neuen Lautsprecher

Sonos steht vor großen Herausforderungen. In USA kaufen immer mehr Konsumenten sprachgesteuerte Lautsprecher wie den Amazon Echo. Darum änderte der damalige CEO John MacFarlane im März 2016 den Kurs. Sonos sollte bei der Sprachsteuerung eine ähnliche Strategie wie bei den Musikstreamingdiensten einschlagen. Statt auf einen einzigen Partner zu setzen, bei vielen Hersteller etwa Spotify Connect, unterstützt Sonos mittlerweile ca. 80 verschiedene Anbieter. Die Sprachsteuerung kann Sonos nicht selbst liefern, sondern vertraut auf fremde Kompetenz. Im Idealfall sollen die Lautsprecher mit allen Assistenten funktionieren.

Im August 2016 kündigte Sonos eine Partnerschaft mit Amazon an, im Februar 2017 demonstrierte das Unternehmen erstmals die Alexa-Integration. Eigene Hardware, die Alexa unterstützen könnte, hatte Sonos nicht im Programm.

Der PLAY:5 neuester Generation hat zwar zwei Mikrofone eingebaut. Die waren aber für die Raumanpassung des Klangs gedacht, wie sie Sonos mit Trueplay Tuning mittels der iOS App liefert. Für die Erkennung eines Wake Word ("Alexa", "Hey Google", "Cortana" oder "Hey Siri"), zudem im weiten Umfeld des Lautsprechers taugen sie aber nicht. Durch den Schwenk zur Sprachsteuerung blieben die PLAY:5-Mikrofone bislang ungenutzt.

Durch die Weitergabe von Daten an Partner musste Sonos die Datenschutzerklärung anpassen und holte sich eine blaue Nase vor allem von Kunden, die gar kein Interesse an einer Sprachsteuerung hatte. Die Kommunikation zu den den notwendigen Änderungen verlief unglücklich. Beim Kunden blieb hängen[1]: entweder stimme ich zu oder ich bleibe für immer von Updates abgeschnitten.

Dabei hat Sonos gar kein Interesse, unnötig Daten an andere weiterzugeben. Aber alles was nach dem Wake Word gesprochen wird, übermittelt jeder Lautsprecher, sei es nun einer mit der Software von Amazon, Apple, Google oder Microsoft an das spracherkennende Rechenzentrum des Partners. Und dazu braucht das Backend auch einige Metadaten, etwa die Namen der heimischen Lautsprecher.

Mit der Alexa-Integration bleiben noch genügend Herausforderungen. "Spiel emol lets däntz vun dehvit bohvie inde küsch" will auch erst mal verstanden werden. Dass zu Hause selten hochdeutsch gebabbelt wird, ist freilich nicht nur für Sonos ein Stolperstein. (vowe[2])


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http://www.heise.de/-3849893

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/meldung/Sonos-fordert-mehr-Daten-sonst-droht-Sendeschluss-3810249.html
[2] mailto:vowe@vowe.net