Verordneter Stillstand: Coworking-Spaces-Nutzer lassen Verträge weiterlaufen

Das Nötigste erledigen und Ruhe bewahren. Unternehmer müssen nun hoffen, dass Kunden ihnen trotzdem treu bleiben. Einige Coworking-Spaces erfahren Solidarität.

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(Bild: Torsten Kleinz / heise online)

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Viele Nutzer von Coworking-Spaces in Deutschland lassen trotz drohender Schließung der Räume zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie ihre Verträge erstmal weiterlaufen. Sie hätten in letzter Zeit den Betreibern gesagt, dass sie bewusst ihr Abo weiterlaufen lassen, sagte Tobias Kollewe, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Coworking Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Solidarität zwischen Spaces und Nutzern ist groß." Oftmals hätten die Verträge eine Kündigungsfrist von einem Monat. Solange sie weiterlaufen, gebe es nur geringe wirtschaftliche Auswirkungen. Problematisch für die Betreiber seien hingegen die vielen Absagen von Veranstaltungen oder Buchungen von Meetingräumen. Dadurch würde ein nicht unerheblicher Teil der Einnahmen wegfallen.

Der Verband befürchtet zudem, dass trotz der Solidaritätsbekundungen der Nutzer eine Schließung der Räume über längere Zeit zu Kündigungen führen könnte. Das würde die Betreiber laut Kollewe in eine finanzielle Schieflage bringen. Schon jetzt hätten einige Anbieter ihren Betrieb bis Ende März zur Sicherheit runtergefahren. Es dürften etwa keine Gäste mehr empfangen werden und Meetingräume blieben geschlossen, um eine Ansteckung mit dem Erreger Sars-CoV-2 zu vermeiden.

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Auch der globale Coworking-Spaces-Anbieter Wework schränkt nach eigenen Angaben seinen Betrieb in Deutschland seit dieser Woche ein. So wurden zum Beispiel Veranstaltungen abgesagt und aus Hygienegründen Einweg-Geschirr zur Verfügung gestellt. "Zusätzlich weisen Schilder in unseren Gebäuden darauf hin, einen Abstand von 1,5 Metern zu anderen Mitgliedern zu halten", sagte eine Sprecherin.

Wework ist in Deutschland nach eigenen Angaben mit 15 Standorten in Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt und München vertreten. Verbandschef Kollewe zufolge würden in einigen Fällen Unternehmen ihren Mitarbeitern Coworking-Spaces als Alternative zum Homeoffice anbieten. Die Betreiber müssten dann sicherstellen, "dass die Hygienestandards eingehalten werden, dass Datenschutz und Datensicherheit eingehalten wird." Die Mitarbeiter könnten dann entscheiden, ob sie lieber von dort oder von zuhause arbeiten wollen.

Die Bundesregierung hatte am Montag den Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorgeschlagen, eine Vielzahl von Geschäften zu schließen. Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, sollen demnach allerdings offen bleiben. Der Bundesverband Coworking Deutschland vertritt nach eigenen Angaben 100 von rund 450 Anbietern in Deutschland. (kbe)