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Versatel tauscht Führungsspitze aus

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Der Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter Versatel hat sich überraschend von Vorstandschef Peer Knauer getrennt. Knauer, dessen Vertrag "mit sofortiger Wirkung" aufgelöst wurde, hatte die Versatel-Spitze Anfang 2006 übernommen und das Unternehmen im Frühjahr 2007 an die Börse gebracht. Zu den genauen Gründen der Entlassung machte Versatel keine Angaben, eine Unternehmenssprecherin erklärte aber gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX, "dass der Aufsichtsrat in dieser wichtigen Phase der Branchenentwicklung der Auffassung ist, dass das Unternehmen einen Vorstandsvorsitzenden mit anderen Fähigkeiten und Erfahrungen benötigt".

Die gewünschten Fähigkeiten und Erfahrungen soll Alain Bandle mitbringen, der bereits heute als neuer Versatel-Vorstandsvorsitzender vorgestellt wurde (PDF-Datei). Bandle, der den Posten am 9. Mai antritt, kommt von Dell, wo er zuletzt das Europa-Geschäft mit staatlichen Einrichtungen, Bildungsträgern und Kunden im Gesundheitswesen verantwortete. Weitere berufliche Stationen Bandles waren die Düsseldorfer Veba AG, Hewlett-Packard, Swissair und Procter & Gamble. Die Einigung über die vorzeitige Beendigung des Vertrages mit Knauer solle im gegenseitigen Einvernehmen erfolgen, heißt bei Versatel. Bis zum 9. Mai übernehme Finanzchef Max Padberg die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden.

Ende 2008 hatte Versatel eigenen Angaben zufolge über 730.000 Privatkunden unter Vertrag. Der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr belief sich auf mehr als 760 Millionen Euro. Unter dem Strich schreibt das Unternehmen aber seit geraumer Zeit rote Zahlen, weshalb vor einem Jahr zunächst ein Sparprogramm mit Schließungen von Niederlassungen und Stellenabbau eingeleitet wurde. Im November 2008 hieß es dann, man werde zugunsten einer besseren Profitabilität weniger Geld in die Neukundengewinnung investieren. Hauptanteilseigner der Versatel AG ist eine Holding des Private-Equity-Unternehmens Apax Partners mit 43,5 Prozent. 25,21 Prozent sind im Besitz der United Internet AG, die niederländische Cyrte Investments hält 25,04 Prozent der Anteile. (pmz)