Menü

Verschlossene Türen für Bill Gates in Indien

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 349 Beiträge

Indien wird für Microsoft anscheinend immer mehr ein hart umkämpftes Pflaster. Während seines Besuches dort wurde Bill Gates unmissverständlich deutlich gemacht, dass Linux den Vorzug bekommt, berichtet die India Times. Digvijay Singh, Premierminister des Bundesstaates Madhya Pradesh, soll dies dem Gründer des weltgrößten Softwareunternehmens in New Delhi persönlich mitgeteilt haben.

"Für uns geht es nicht um eine Abwägung zwischen Linux oder Microsoft. Wir haben vielmehr die Wahl zwischen einer freien Software und einem Monopol", verdeutlicht Singh in der Zeitung seinen Standpunkt. "Wenn wir Informationen an die Öffentlichkeit geben, sollte dies nicht mittels proprietärer Software geschehen."

Der Bundesstaat Madhya Pradesh, dessen Hauptstadt Bhopal vor 18 Jahren durch einen Chemieunfall traurige Berühmtheit erlangte, macht heutzutage durch ehrgeizige IT-Projekte von sich reden: Das E-Government-Vorhaben Gyandoot e-governance, das mittlerweile 26 der 45 Bezirke abdeckt, erhielt vor zwei Jahren den Stockholm Challenge Award. Mit dem Headstart-Programm will die Regierung den Einsatz von Computern an Schulen forcieren. Für Headstart kommen in der ersten Phase Microsoft-Produkte zum Einsatz, doch im nächsten Schritt soll Linux verwendet werden.

Für den Koordinator des Schulprojekts ist der Kostenfaktor bei der Wahl des freien Betriebssystems ausschlaggebend. Außerdem neigten schließlich auch eine Reihe anderer Staaten wie zum Beispiel Deutschland zum Einsatz von Open Source in der Verwaltung. Dennoch zeige der Einsatz von Microsoft-Software im Headstart-Programm, dass es keine grundsätzlichen Ressentiments gegen Microsoft gebe. Für Bill Gates, der in den kommenden drei Jahren 400 Millionen US-Dollar in Indien investieren will, wohl kaum tröstlich, zumal auch der indische Minister für Informationstechnologie ein Anhänger des Open-Source-Prinzips ist. (anw)

Anzeige
Anzeige