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Verschlüsselungsattacke von NSA und GCHQ: Bundesregierung sieht nichts als bewiesen

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Die Bundesregierung hat gelassen auf die neuen Ausspähvorwürfe gegen die US-amerikanischen und britischen Geheimdienste reagiert. "Wenn man hier und da mal eine Computerzeitschrift liest, wird man feststellen, dass dieser Verdacht nicht neu ist", sagte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter am Freitag in Berlin. "Sie können davon ausgehen, dass die Bundesregierung auch diesen Dingen nachgeht." Danach gefragt, was Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Schutz der Privatsphäre der Bürger unternehme, sagte Streiter, sie sei hier zunächst einmal nicht gefragt.

Georg Streiter

(Bild: bundesregierung.de )

Das Bundesinnenministerium will seine Haltung zu Verschlüsselungen nicht überdenken. "Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, dass die Behauptungen von Herrn Snowden zutreffend sind; insofern raten wir weiter zur Verschlüsselung", sagte Sprecher Jens Teschke. Es gebe sicher Geheimdienste, die E-Mails ausspähen, allerdings nicht Dienste befreundeter Länder.

Auch Deutschland sei bemüht, die Mails von Terroristen auszuspähen, nicht aber von unbescholtenen Bürgern, sagte Teschke. Auf die Frage, ob deutsche Geheimdienste bemüht seien, solche Fähigkeiten zu entwickeln, wollte Teschke unter Verweis auf das operative Geschäft der Dienste keine Auskunft geben.

Neueste Enthüllungen aus der Sammlung des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden zeigen, dass wie erfolgreich die Geheimdienste der USA und Großbritanniens Verschlüsselung umgehen, unterminieren und teilweise auch knacken. Dabei geht es vor allem um das unter anderem für sichere Verbindungen zu Web-Servern eingesetzte SSL, aber auch um Virtual Private Networks (VPNs), Voice over IP und auch 4G-Netze für Smartphones. Um Zugriff auf die dort ausgetauschten Daten zu erlangen, haben NSA und GCHQ in den vergangenen Jahren ein ganzes Arsenal an Maßnahmen und Techniken aufgebaut. (mit Material der dpa) / (anw)

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