Versicherte der Techniker Krankenkasse bekommen elektronische Patientenakte von IBM

Die TK will eine von IBM entwickelte Patientenakte einführen. Das US-amerikanische IT-Unternehmen hatte mit der zentralen dänischen Gesundheitsakte die besten Referenzen für das Projekt.

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Die Techniker Krankenkasse hat nach einer europaweiten Ausschreibung IBM beauftragt, eine elektronische Patientenakte für ihre etwa 10 Millionen Versicherten zu entwickeln. Vorbild ist das zentrale dänische Gesundheitsportal Sundhed, das ebenfalls unter IBM-Regie entstand. Die Akte mit den von Patienten freigegebenen Behandlungsdaten soll nicht bei der TK, sondern von IBM auf Servern in Deutschland gespeichert werden. Darauf zugegriffen wird über den Browser oder eine App, wobei sich der Nutzer nach Angaben der Ärztezeitung gesondert anmelden muss, um eine PIN zu erhalten.

Die Techniker Krankenkasse gehört zu den Gesundheitsdiensten, denen die Entwicklung der elektronischen Gesundheitskarte zu schleppend abläuft. Bereits im Februar 2016 verkündete ihr Vorstandschef Jens Baas, sein Unternehmen arbeite an einer Patientenakte, die "klassische medizinische Daten" enthalten soll, aber auch Daten von Fitness-Trackern, die alle TK-Mitglieder erhalten könnten.

Damit ist die TK die erste Kasse, die strategisch den "zweiten Gesundheitsmarkt" ins Auge genommen hat. Mit der nun von IBM zu entwickelnden Patientenakte geht sie einen Schritt weiter. Die für alle TK-Mitglieder kostenfreie Akte ist als zentraler Datenspeicher gedacht, mit dem die Krankenkasse dem Mitglied alle Leistungsdaten zur Verfügung stellt, die sie selbst besitzt. Dies soll für Rezept- und Diaognosedaten von ambulanten und stationären Behandlungen gelten, die mit einer sechsmonatigen Verzögerung in das Patientenfach eingespielt werden sollen.

In Dänemark gibt es anders als in Deutschland nur eine gesetzliche Krankenkasse, die für ihre rund 7 Millionen Mitglieder mit "Sundhed.dk" ein zentrales Portal errichtet hat, in dem für den Patienten Praxis-, Klinik- und Reha-Daten zentral gespeichert sind. Darauf zugegriffen wird auch hier über Web und App, wobei der behandelnde Hausarzt als Vertrauensanker fungiert, indem er etwa mit dem Patienten ein Passwort bestimmt. Der erfolgreichste und wichtigste Dienst ist nach Angaben dänischer Nutzer die Terminvergabe für Praxisbesuche.

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(anw)