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Verstärktes DE-CIX-Engagement der Deutschen Telekom nun offiziell

Sie kooperiere schon direkt mit vielen großen Betreibern und benötige eigentlich keine größere Präsenz am DE-CIX, erklärt das Unternehmen seine Ausgangsposition. Die Maßnahme könne jedoch die Abhörsicherheit erhöhen.

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(Bild: dpa, Oliver Berg/Archiv)

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Nach ersten Hinweisen vom vergangenen Wochenende ist es nun offiziell: Die Deutsche Telekom verstärkt ihre Präsenz am weltgrößten Internetknoten DE-CIX in Frankfurt. Das meldete das Unternehmen am gestrigen Montag in einem hauseigenen Blog. Für den Bonner Netzbetreiber ist es "ein weiterer Schritt zur Realisierung des Internets der kurzen Wege". Das Unternehmen will nun 20 Mal mehr Daten mit anderen Providern austauschen als bisher.

Sie habe ihr Netz mit fast allen großen Netzbetreibern direkt zusammengeschaltet und benötige eigentlich keine größere Präsenz am DE-CIX, erklärt das Unternehmen seine Ausgangsposition. Am DE-CIX unterhielt die Telekom bis vor kurzem lediglich einen einzigen Gigabit-Port, über den IPv6-Verkehr floß. Gemessen an den Kapazitäten anderer Netzbetreiber, von denen manche sogar 100-GBit-Ports geschaltet haben, ist das sehr wenig.

Andere Anbieter hätten jedoch eine verstärkte Nutzung des DE-CIX-Netzknotens als Voraussetzung für die Realisierung des "Internet der kurzen Wege" definiert. Und um die Sicherheit für Internetnutzer zu erhöhen, also die Abhörmöglichkeiten einzuschränken, sei es eine gute Methode, Daten möglichst ohne Umleitungen vom Sender zum Empfänger durchzustellen, erklärt sie. Ein Weg dazu ist, sich mit anderen am DE-CIX zusammenzuschalten.

Die Telekom geht sogar weiter und schlägt vor, dass sich "alle Anbieter darauf verpflichten, Daten ohne Umwege durch andere Rechtsräume vom Sender zum Empfänger zu leiten". Damit solle sichergestellt werden, dass innereuropäischer Datenverkehr nicht über außereuropäische Hoheitsgebiete gelangt, wo er fremden Rechtsordnungen unterliegt. Datenverkehr, der außerhalb Europas startet oder endet solle aber durch diese Vereinbarung nicht diskriminiert werden. Mit einer Selbstverpflichtung möglichst aller Netzbetreiber in Europa würde ein unberechtigter Zugriff auf die transportierten Daten von außerhalb des europäischen Rechtsraumes deutlich erschwert werden. Die Telekom will weitere Partner für dieses Modell gewinnen.

Im Lichte der kürzlich vom BND eingeräumten Internetüberwachung, bei der die Telekom nach anfänglichem Widerstand dennoch den Zugriff auf ihre Transit-Leitungen gestattete, erscheinen zumindest die Wortwahl und Argumentation der Telekom als Schritt in die richtige Richtung, manchen Beobachtern auch als Flucht nach vorn. Wieviel der Schritt bringen wird, muss sich freilich noch erweisen. (dz)