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Versteckte Kampagnen: Facebook löscht Hunderte Konten

Facebook und Instagram haben Hunderte Konten, Seiten und Gruppen gelöscht, weil sie Absichten vortäuschten und verschleierten.

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(Bild: Derick Hudson/Shutterstock.com)

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Drei unabhängig voneinander agierende Kampagnen haben mit gefälschten Konten auf Facebook und Instagram Netzwerke geschaffen, um gezielte Informationen zu streuen. Die Accounts, Seiten und Gruppen stammten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten, Nigeria und Indonesien.

Über die Netzwerke sind laut einer Mitteilung von Facebook etwa gezielt kritische Inhalte über Länder wie Katar, den Iran und die Türkei verbreitet worden, andere warben für die Unabhängigkeitsbewegung in der indonesischen Provinz Westpapua. Die Löschaktion gründet dabei nicht auf Fake-News sondern "koordiniert unauthentischem Verhalten". Basis ist also nicht der jeweilige Inhalt von Beiträgen, sondern die Tatsache, dass gezielt und koordiniert gefälschte Identitäten genutzt wurden, um einen falschen Eindruck zu erwecken, begründet Facebook die Lösch-Entscheidung.

Eine Kampagne teilte Inhalte, die vor allem mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammenhingen, etwa lokale Veranstaltungen, Wahlen und Kandidaten, Aktivitäten im Jemen, den ersten Astronauten der Emirate und Kritik an Katar, der Türkei und dem Iran, inklusive dem Nuklear-Abkommen. Hinter den nicht gefälschten Profilen der Poster fanden sich Hinweise auf drei Marketingfirmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Nigeria und Ägypten. 211 Facebook-Konten, 43 Gruppen und 87 Instagram-Accounts wurden in diesem Zusammenhang gelöscht.

Weitere 69 echte Facebook-Konten, 42 Seiten und 34 Instagram-Accounts zeigten eine Verbindung zu einer indonesischen Firma. Die Beiträge bezogen sich hier auf die Unabhängigkeit Westpapuas – sowohl unterstützend als auch kritisierend.

163 Facebook- und vier Instagram-Accounts wurden zudem als Fake entlarvt. Sie betrieben 51 Seiten und 33 Gruppen, die sie als unabhängige Nachrichtenseiten ausgaben. Auch hier ging es vorwiegend um Beiträge, die sich positiv mit den Vereinten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Ägypten auseinandersetzten und zugleich Kritik an Katar, dem Iran, der Türkei und der Separatisten-Bewegung im Jemen übten.

Facebook gibt etwa halbjährlich Zahlen zu gelöschten Accounts bekannt. Im vierten Quartal 2018 und im ersten 2019 waren es mehr als drei Milliarden. Viele werden bereits beim Erstellen blockiert. Im Mai löschte Facebook Hunderte Accounts, die rechte Desinformation verbreiteten, nach Hinweisen der Onlineaktivisten von Avaaz. Die jetzt bekannt gegebene Aktion ist gesondert vom eigentlichen Transparenzbericht veröffentlicht worden. (emw)