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Versuch mit elektronischer Passbild-Überprüfung gescheitert

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Das Pilotprojekt zur elektronischen Passbild-Überprüfung von Flugreisenden am Nürnberger Flughafen ist gescheitert. Der Versuch einer so genannten biometrischen Gesichtsfelderkennung werde beendet, bestätigte das bayerische Innenministerium am Dienstag. "Derzeit leistet der Prototyp des Modells weniger als das geschulte Auge eines Polizisten", sagte ein Ministeriumssprecher laut dpa. Das System sei den polizeilichen Anforderungen für den Echteinsatz nicht gerecht geworden.

Das bundesweite Pilotprojekt war im Juli 2002 gestartet worden. Beamte sollten mit dem neuen elektronischen Verfahren falsche Pässe besser erkennen. Im Verdachtsfall sollte der Computer das vorgelegte Passbild mit dem Gesicht des Einreisenden vergleichen. Die Software dafür hatten Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Probleme gab es nach Angaben des Innenministeriums gegenüber dpa, weil das Programm ideale Lichtbedingungen verlangte. Auch habe der Computer nicht aus seinen Fehlern lernen und damit leistungsfähiger werden können, hieß es im bayerischen Innenministerium, da der Datenschutz das Speichern von Bildern verbietet.

Im November hatte Bayern ebenfalls ein Projekt zur biometrischen Gesichtserkennung an den Grenzen zu den Nachbarländern gestartet. Damals wollte das Inneministerium noch keine weitere Auskunft darüber geben, wie erfolgreich sich das Nürnberger Pilotprojekt gestaltet hatte. Einen Bericht zu Schwachstellen verschiedener Biometrie-Anwendungen -- darunter auch einer Lösung zur Gesichtserkennung -- brachte c't in der Ausgabe 11/2002. (jk)