Menü

Vertauschte Ziffern bei Kopierer-Scannern: Xerox empfiehlt die Fabrikeinstellung

vorlesen Drucken Kommentare lesen 77 Beiträge

Francis Tse, leitender Ingenieur bei Xerox, hat im firmeneigenen Blog auf das Problem reagiert, dass einige Xerox-Multifunktionsgeräte beim Scannen ins PDF-Format klein gedruckte Ziffern willkürlich ersetzen und so Zahlenwerte falsch wiedergegeben werden können. Tse bestätigte die Beobachtung, die der Blogger David Kriesel zuvor dokumentiert hatte.

Tse bestätigte zudem die Vermutung, dass das Kompressionsverfahren JBIG2 dafür verantwortlich sei. Das Verfahren erzeugt sehr kleine Dateien und arbeitet mit einer Patch-Liste für kleine, im zu komprimierenden Bild wiederkehrende Bereiche. Diese werden nur einmal gespeichert und an den jeweiligen Stellen eingesetzt. Bei Bildern stören dabei auftretende kleine Ungenauigkeiten nicht sonderlich. Klein gedruckte Buchstaben und Ziffern (7-Punkt und kleiner) können dagegen komplett ersetzt werden. Kommt es dabei zu Fehlern – etwa bei den Ziffern 6 und 8 –, ändern sich auf dem Scan ganze Zahlenwerte.

Die betroffenen Xerox-Geräte benutzen die JBIG2-Kompression allerdings nur, wenn man im Web-Frontend das Verhältnis zwischen Scan-Qualität und Dateigröße auf "Dateigröße klein / Qualität normal" einstellt. Als Workaround hatte Kriesel noch vor der Xerox-Antwort empfohlen, hier die Qualität auf "hoch" oder "höchste" einzustellen. Bei beiden Einstellungen benutzen die Geräte ein anderes Verfahren, das zwar nicht so hoch komprimiert, aber auch keine Ersetzungen vornimmt.

Francis Tse riet in seinem Kommentar, die betroffenen Multifunktionsgeräte im Zweifel auf die Grundeinstellung zurückzusetzen. In dieser steht die Qualität in der Mittelstellung "Qualität hoch", Ersetzungen kommen hier nicht vor. Stellt man sie von Hand auf "Dateigröße klein", warnt das Web-Frontend sogar, dass Zeichenersetzungen bei manchen Vorlagen vorkommen könnten.

Auf Nachfrage von heise online bestätigte Xerox, dass bei allen Neugeräten diese Einstellung grundsätzlich in der Mittelstellung steht, bei der das ersetzende Kompressionsverfahren JBIG2 nicht zum Einsatz kommt. Der Vorfall illustriert, dass man als einfacher Nutzer bei modernen Multifunktionsgeräten nicht in jedem Fall davon ausgehen kann, dass das Gerät "halt einfach scannt und kopiert" und dabei eine 1:1-Kopie des Originals herauskommt.

Siehe dazu:

(rop)