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Verteilter Videorecorder als Forschungsprojekt

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Forscher der Universität Karlsruhe stellen auf dem Heidelberger Innovationsforum mit Videgor eine Erweiterung des Linux Video Disk Recorders (VDR) vor, die mehrere dieser Videorecorder mit einem Peer-to-Peer-Netz namens IGOR verbindet.

Das Ziel von Videgor (ein Kunstwort aus Video und Igor) ist es, nie mehr eine Sendung zu verpassen. Denkt man selbst erst zu spät daran, den VDR zu programmieren, kann man in einem elektronischen Programmführer auch bereits gesendete Beiträge programmieren und bekommt diese im Idealfall von einem der anderen VDRs im IGOR-Netz.

Anlass für die Entwicklung von Videgor war nach Aussage des Projektleiters Dr. Thomas Fuhrmann vom Institut für Betriebs- und Dialogsysteme die eigene Vergesslichkeit. Er habe sich immer geärgert, wenn er vergessen hatte, den Videorecorder zu programmieren. Bei Videgor soll man nicht nur Sendungen in der Vergangenheit programmieren können, sondern auch beliebig viele Aufnahmen gleichzeitig – unabhängig davon, wie viele Tuner im eigenen VDR stecken. All das funktioniert gewiss nur, wenn genügend andere Videgor-VDRs an der "Nachbarschaftshilfe" teilnehmen, selbige mit einem schnellen DSL-Anschluss versehen sind und die gesuchten Sendungen auf der Festplatte eines Teilnehmers vorliegen.

Die für Videgor benötigten Erweiterungen bestehen aus drei VDR-Plug-ins. dvdrvidtrans sorgt für den Dateitransfer zwischen den VDRs, dvdrepg tauscht Programminfos zwischen den Rechnern aus, und dvdrsched sorgt für die Koordination der Timer-Aufnahmen im Netzwerk.

Was im Rahmen des Forschungsprojekts als "Nachbarschaftshilfe" durchgeht, dürfte Sendestationen und Rechteinhaber bei Nutzung in einem öffentlich zugänglichen Netzwerk auf Grund möglicher Verstöße gegen das Urheberrecht allerdings auf die Barrikaden treiben. (vza)

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