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Verteiltes Rechnen mit der Playstation 3 für kommerzielle Zwecke

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Nach dem Erfolg des Alzheimer-Rechenprojektes Folding@Home denkt Sony über eine kommerzielle Nutzung der Rechenzeiten der PS3-Konsolen nach. In einem Interview mit der Financial Times erklärte Chef-Entwickler Masa Chatani von Sony Computer Entertainment, man habe bereits mehrere Anfragen von Firmen erhalten, die die Rechenzeit der Playstation-3-Konsolen gerne für kommerzielle Projekte nutzen würden.

Wenn einfache Rechengenauigkeit genügt, erreicht eine Playstation 3 in der Praxis etwa 100 GFLOP/s. Bei Folding@Home laden die Konsolen alle sieben bis acht Stunden neue Daten aus dem Internet und schicken ihre Ergebnisse an die Server der Stanford Universität; berechnet werden bei dem Projekt Proteinfaltungen, um hinter das Geheimnis von Faltungsfehlern zu kommen, die zu Krankheiten wie Alzheimer, BSE, Huntington, Parkinson und vielen Krebsarten führen können. Nachdem anfänglich rund 30.000 Konsolen mit knapp 500 TFLOP/s rund zwei Drittel der Rechenkapazität des Folding@Home-Projekts abdeckten, falten derzeit rund 20.000 Spielkonsolen Proteinketten im Kampf gegen Alzheimer und Krebs, was einem Anteil von rund 50 Prozent entspricht.

Bei einer kommerziellen Nutzung müsste Sony die Anwender jedoch entlohnen. So denke man etwa über eine Bezahlung in Geschenken oder Punkten nach, die man beispielsweise im Online-Store der Playstation 3 für Spiele ausgeben könnte.

Während der Berechnungen verbraucht die Playstation 3 rund 200 Watt, pro Tag fallen für den Anwender also Stromkosten von knapp einem Euro an. Mittelfristig will Sony die Stromaufnahme der Playstation 3 in späteren Hardware-Versionen verringern. So will man noch im laufenden Jahr den Fertigungsprozess des Cell-Prozessors von 90 auf 65 Nanometer umstellen. Bei der Playstation 2 verbrauche laut Sony die neueste Hardware-Version nur noch ein Drittel der Leistung des ersten Modells. Ähnliches sei auch für die Playstation 3 zu erwarten.

Derweil beschweren sich bei der aktuellen Version der Playstation 3 zunehmend Anwender über laute Lüftergeräusche. Offenbar führt ein Fehler in der Firmware 1.6 dazu, dass der Lüfter bei hohen Drehzahlen bleibt und selbst bei ruhendem Desktop nicht wieder in die niedrigeren Drehzahlen zurückschaltet. Während Konsolen mit den ersten Firmware-Versionen bei Tests des Computermagazins c't Lüftergeräusche von bis zu 0,9 Sone erreichten, wurden mit der Firmware 1.6 Pegel um 1,3 Sone gemessen. Diese sind zwar nicht so störend wie bei der Xbox 360 (die bei ruhendem Desktop 1,8 Sone erreicht und in Spielen aufgrund der hohen Drehzahlen des Laufwerks den Wert verdoppelt), aber beim Abspielen von Musik oder Videos auch aus größerer Entfernung deutlich wahrnehmbar. Sony hat sich bisher nicht zu möglichen Fehlern in der Lüftersteuerung geäußert. (hag)