Vertriebleranruf nach Homepage-Besuch

Ein US-Start-up hat eine Software entwickelt, die aus Besucherdaten von B2B-Websites direkte Geschäftskontakte machen soll.

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Business-to-Business-Websites von Firmen versuchen oft, Besucher zum Hinterlassen ihrer Kontaktinformationen zu animieren, damit die Vertriebsabteilung später persönlich nachfassen kann. Doch das funktioniert vergleichsweise selten. Demandbase, ein Start-up aus San Francisco, will die begehrten "Sales Leads" nun mit Hilfe einer Auswertung der anfallenden Logdaten gewinnen: Es hat für den US-Markt eine Software entwickelt, die Informationen über Website-Besucher in Echtzeit ermitteln kann, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Marketingmitarbeiter können mit diesen Daten dann anschließend eine Kaltakquise einleiten, um ein Produkt bei einem Firmenkunden persönlich zu bewerben.

Geschäftliche Web-Anwendungen wie Salesforce.com erlauben es Verkäufern bereits, existierende Kunden und potenzielle Neukontakte zu erfassen und später nicht mehr aus den Augen zu verlieren. Demandbase will hingegen Kunden, die auf der Website einer Firma vorbeischauen, direkt akquirieren.

Technisch ist der Ansatz recht einfach: Das Programm gleicht die IP-Adresse des Rechners eines Besuchers mit öffentlich zugänglichen Informationen aus Geschäftsdatenbanken ab. In einem Laufband im oberen Teil des Bildschirms werden ständig die 25 letzten Website-Nutzer angezeigt. Klickt der Vertriebsmitarbeiter dann darauf, werden Namen und Ort der Firma freigegeben, von der der Besucher höchstwahrscheinlich kommt. Das soll bis hinunter in Ortsbüros von Großkonzernen wie IBM funktionieren. Demandbase nutzt unter anderem Rohdaten aus Geschäftsdatenbanken wie D&B/Hoovers oder Lexis Nexis und zeigt diese passend an.

Die Demandbase-Software wird in ihrer Grundversion kostenlos angeboten und lässt sich ähnlich wie herkömmliche Web-Analysewerkzeuge mit wenigen Javascript-Zeilen in bestehenden HTML-Code integrieren. Geld will das Start-up mit Kontaktdaten einzelner Mitarbeiter verdienen, die es ebenfalls in seiner Datenbank hat – diese lassen sich über einen Premium-Dienst einkaufen.

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(bsc)