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Verunsicherung und Chaos nach Terrorangriff auf USA (2. Update)

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Nach mehreren schweren Terror-Attacken auf die USA herrscht weltweit Verunsicherung. Auch nach Stunden ist das ganze Ausmaß der Katastrophe noch nicht abzusehen. Heute morgen (Ortszeit) rasten im Abstand von zwanzig Minuten zwei Passagierflugzeuge der American Airlines in das World Trade Center. Nach heftigen Detonationen brach Feuer aus. Beide Türme des Gebäudes sind eingestürzt. In den Straßen herrschte Panik, der Verkehr ist in vielen Bereich zum Erliegen gekommen. Die Behörden rechnen mit mehreren tausend Opfern. Mit den Anschlägen wird der saudi-arabische Terrorist Osama Bin Laden in Verbindung gebracht.

Laut US-Presseberichten hat der New Yorker Bürgermeister angeordnet, den Süden von Manhattan komplett zu räumen. Ein weiteres Flugzeug, eine Boeing 767, stürzte auf das Verteidigungsministerium (Pentagon) in Washington, in dem rund 23.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Ein Teil des Gebäudes wurde verwüstet. Das Feuer, das gleichzeitig ausbrach, konnte bisher (22 Uhr deutscher Zeit) noch nicht gelöscht werden. Im Bundesstaat Pennsylvania bei Pittsburgh zerschellte eine Boeing 757 auf dem Weg nach San Francisco. Nach bisher unbestätigten Meldungen soll sie zuvor von unbekannten Tätern mit Ziel Camp David, dem Landsitz des US-Präsidenten, entführt worden sein. Berichte, in denen darüber hinaus von vermissten Passagiermaschinen die Rede war, haben sich nach Aussagen des deutschen Innenministers Otto Schily nicht bestätigt.

Mittlerweile wurden alle Flughäfen der USA gesperrt, Auslandsflüge nach Kanada umgeleitet. Die Lufthansa rief Flugzeuge auf dem Weg in die USA zurück. Das Weiße Haus, der Kongress und alle Ministerien in den 50 Staaten der USA sind evakuiert worden. Das US-Militär befindet sich weltweit in höchster Alarmbereitschaft.

Millionen besorgter Bürger versuchten, sich in elektronischen Medien über die schockierenden Ereignisse zu unterrichten. Dem Ansturm waren viele US-News-Sites nicht gewachsen. Auch die Seiten deutscher News-Dienste reagierten zum Teil nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung. Telekom-Sprecher Stephan Broszio sagte dazu im Gespräch mit heise online: "Wir haben eine absolute Überlast, aber noch keinen Zusammenbruch. Viele Sites sind derzeit nicht erreichbar. Bei Nachrichtenportalen betragen die Zugriffe derzeit etwa das Dreifache des Üblichen und nehmen weiter zu. Wir legen Kapazitäten um, damit diese Portale erreichbar bleiben." Die Zunahme in der genannten Größenordnung bestätigten auch die systematischen Messungen der Hamburger Firma Nettraffic Internet Performance.

Präsident George W. Bush, der in Florida für seine Schulreform werben wollte, musste der schockierten Bevölkerung von einer "nationalen Tragödie" berichten. Die Polizei sprach von einem "unvorstellbaren Verlust an Menschenleben". Nach Angaben des Direktors des World Trade Centers waren zurzeit des Anschlags bis zu 10.000 Menschen in dem New Yorker Gebäude.

Der US-Präsident hat unterdessen die Mobilisierung aller Reserven angeordnet, um die Täter zu finden. Auch in Deutschland reagierten die Sicherheitsbehörden auf die Anschläge. So wurden Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz amerikanischer und israelischer Einrichtungen getroffen. Das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium haben Krisenstäbe eingerichtet. Für die deutschen Sicherheitsbehörden gilt höchste Alarmstufe. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes hat für Angehörige ein Nottelefon unter 030/ 5000 4600 eingerichtet. Im Bankenviertel von Frankfurt am Main sollen morgen vorsorglich alle Hochhäuser geschlossen bleiben.

Der Musiksender Viva stoppte nach den verheerenden Terroranschlägen die Ausstrahlung seiner Sendungen vorübergehend. Nachdem das Ausmaß der Katastrophe erkennbar wurde, hat auch heise online die Berichterstattung im Newsticker vorübergehend eingestellt.

Über die politischen Reaktionen auf die Anschlagsserie berichtet der Artikel Aufkündigung der Zivilisation in telepolis. (em)