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Verwirrung um iPhone-Entwicklerprogramm

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Ausgesprochen positiv reagierte die Entwicklerszene auf Apples Ankündigung von Anfang März, das iPhone endlich für externe Programmierer zu öffnen. Seither ist der Ansturm groß: Über 100.000 Downloads seines Software Development Kit (SDK) für die Smartphone-Plattform verzeichnete der Computerhersteller in den ersten vier Tagen. Die Entwicklungsumgebung herunterladen kann grundsätzlich jeder, der sich zuvor kostenlos beim Entwicklerprogramm "Apple Developer Connection" (ADC) angemeldet hat. Sie läuft auf Mac-Rechnern mit Intel-Prozessor (mit einem Trick eingeschränkt auch auf PowerPC-Maschinen) und bietet unter anderem einen Simulator, mit dem man seine iPhone-Anwendung gleich auf dem Desktop ausprobieren kann.

Wer jedoch wirklich ernsthaft für das iPhone und den iPod Touch entwickeln möchte, benötigt direkten Zugriff auf das Gerät – beispielsweise um den eingebauten Beschleunigungssensor verwenden zu können. Mit dem SDK alleine ist dies nicht möglich, da die Installation eigener Anwendungen nur mit einem Zertifikat geht, mit dem Apple Programme auf den Geräten kryptographisch absichern will. Das Zertifikat erhält nur, wer sich kostenpflichtig bei Apples iPhone Developer Program registriert. 99 US-Dollar pro Jahr und ADC-Mitglied werden in der Kategorie "Standard" dafür fällig; wer allein unternehmensintern entwickeln will, zahlt im "Enterprise"-Programm 299 Dollar.

Laut Berichten bekannter Mac-Entwickler wurde allerdings noch kein einziger von ihnen offiziell zugelassen. Stattdessen erhielten sie eine E-Mail, die nach freundlicher Ablehnung klingt: Apple könne derzeit nur eine eingeschränkte Anzahl von Entwicklern zulassen, werde seine Beta-Phase aber erweitern und sich dann nochmals melden. Tatsächlich scheinen laut einem Forumseintrag bei Planet-iPhones höchstens zehn ausgewählte Developer aufgenommen worden zu sein. Eine Stellungnahme von Apple war zunächst nicht zu erhalten. Wer in Europa sitzt und vom iPhone-Boom profitieren möchte, hat sowieso schlechte Karten: Bislang ist das iPhone-Entwicklerprogramm mit Zugriff auf das Gerät und Verwendung des Apple "App Store" zum Vertrieb eigener Anwendungen allein auf die USA beschränkt – für das Ausland fehlt dem Hersteller noch die Infrastruktur.

Kritik gibt es auch an den Möglichkeiten des iPhone-SDK. So schließt Apple in seinen Entwicklerbestimmungen kategorisch aus, Hintergrundprozesse laufen zu lassen, nur ein externes Programm darf sich jeweils im Vordergrund befinden. Eine Anwendung muss daher so entwickelt werden, dass sie beim Beenden alle wichtigen Daten speichert und sich nach dem erneuten Öffnen so verhalten, als sei sie nie beendet worden. Anwendungen wie ein IM-Client, der im Hintergrund läuft und den Nutzer bei neuen Nachrichten sofort informiert, scheinen damit nicht möglich, was für heiße Diskussion unter Entwicklern sorgte. So meint Programmierer Hank Williams, das iPhone verhindere damit "echte mobile Innovationen".

Doch böswillig scheint Apple diese Einschränkung nicht vorgenommen zu haben: Wie Craig Hockenberry, Entwickler der populären Twitter-Desktop-Lösung Twitterific, in seinem Blog schreibt, schlucken Background-Aufrufe, die womöglich auch noch auf das Internet zugreifen, enorm viel Strom. Eine Prototyp-Version von Twitterific, die auf einem "jailbroken" iPhone lief, habe sich als "riesiger Design-Fehler" erwiesen. "Nachdem wir alle fünf Minuten XML-Queries durchführten, war die Batterie nach vier Stunden fast tot."

Einschränkungen im iPhone-SDK betreffen aber nicht nur kleinere Entwickler, sondern auch Riesen wie Sun. Dort hatte man (anscheinend ohne Rücksprache mit Apple) kürzlich angekündigt, eine angepasste Java Virtual Machine (JVM) zu entwickeln, um Java-Anwendungen auf dem iPhone laufen lassen zu können. Doch die Sun-Entwickler hatten zuvor offenbar nicht Apples Entwicklerbedingungen gelesen: Darin steht unter anderem, dass kein Code heruntergeladen und ausgeführt werden dürfe, der nicht von Apples publizierten Schnittstellen und Interpretern ausgeführt wird. (Ben Schwan) / (Ben Schwan) / (vbr)

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