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Verzögerte Lieferungen: Amazon übt Druck auf deutsche Verlage aus

Um bessere Bedingungen bei der Versorgung mit E-Books zu erhalten, verzögert Amazon angeblich Buch-Auslieferungen bestimmter deutscher Verlage. Noch etwas drastischer übt Amazon in den USA Druck auf eine Verlagsgruppe aus.

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Können auch mal etwas liegen bleiben.

(Bild: dpa, Roland Weihrauch)

Der Onlineversand Amazon liefert Titel des schwedischen Verlagskonzerns Bonnier (Ullstein, Piper, Berlin und Carlsen) verspätet aus, um Druck in Verhandlungen über E-Book-Rabatte zu machen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung und erklärt, die Verzögerungen würden auftreten, obwohl die jeweiligen Titel vorrätig seien. Amazon sorge aber für die Verzögerungen, um von der Verlagsgruppe höhere Rabatte bei der Belieferung mit E-Books zu erhalten. Statt der üblichen 30 Prozent fordere Amazon 40 bis 50 Prozent. Der US-Konzern habe Bonnier gegenüber bestätigt, dass die Verspätungen in Zusammenhang mit den dazu geführten Verhandlungen stünden.

Vor wenigen Tagen hatte die New York Times berichtet, wie Amazon in einem ähnlichen Konflikt mit Hachette seine Muskeln spielen lasse. Weil der Onlineversand mit Vertragsbedingungen unzufrieden sei, würden bei Hachette-Büchern erhöhte Preise verlangt. Außerdem würden Kunden bei Titeln der Verlagsgruppe eine verlängerte Lieferzeit angekündigt und gleichzeitig Bücher von anderen Autoren vorgeschlagen. Amazon habe sich zu den Vorwürfen nicht geäußert. (mho)