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Viacom geht gegen Google in Berufung

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Viacom geht nach der erstinstanzlichen Niederlage im Rechtsstreit um Youtube-Videos wie erwartet in Berufung. Der Medienkonzern hat am Mittwoch Berufungsantrag beim zuständigen US-Gericht gestellt, berichtet All Things Digital. In dem Urheberrechtsstreit um widerrechtlich auf Youtube veröffentlichte Videos hatte ein New Yorker Bundesgericht im Juni die Klage gegen Google in erster Instanz abgewiesen.

Viacom hatte Youtube-Mutter Google im Frühjahr 2007 auf 1 Milliarde US-Dollar Schadensersatz und Unterlassung verklagt. Der Medienkonzern, zu dem unter anderem der Musiksender MTV und das Filmstudio Paramount gehören, wirft Google vor, nicht ausreichend gegen massive Urheberrechtsverletzungen auf der Videoplattform Youtube vorzugehen.

Diesem Vorwurf wollte das Gericht in erster Instanz nicht folgen. Youtube erfülle die im US-Copyright für Plattformbetreiber vorgesehenen Pflichten und genieße daher ein Haftungsprivileg, hatten die Richter entschieden und die Klage abgewiesen. Der Plattformbetreiber könne nicht für Urheberrechtsverletzungen seiner Nutzer zur Verantwortung gezogen werden, solange er mit Rechteinhabern zusammenarbeite und rechtswidrig veröffentlichtes Material auf entsprechenden Hinweis entfernt.

Damit geht ein Prozess, dem in der Branche Signalwirkung beigemessen wird, in die nächste Runde. Google hatte in der ersten Instanz Unterstützung von anderen Internet-Unternehmen bekommen, die ebenfalls die Abweisung der Klage forderten. Sollte sich Viacom durchsetzen können, so die Argumentation, wäre das ein Rückschritt für die Entwicklung der Netzwirtschaft. (vbr)