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Video-Streamingdienst Netflix hat mehr Kunden und plant Preiserhöhung

Videostreams haben erstmals über eine Milliarde Dollar Umsatz in einem Quartal gebracht. Zwecks weiterer Vermehrung steigen alsbald die Preise.

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Der Video-Streamingdienst Netflix hat im ersten Quartal des Jahres vier Milionen Streamingabonnenten hinzugewonnen. Damit nähert sich der Kundenstock der Marke von 50 Millionen. Zum 31. März waren es 48,35 Millionen, davon rund 36 Millionen in den USA und zirka 13 Millionen in anderen Ländern. Gemeinsam haben sie 1,066 Milliarden US-Dollar Umsatz gebracht. Außerdem hat Netflix noch 6,7 Millionen Kunden, die sich DVDs über den Postweg ausborgen.

(Angaben in Millionen US-Dollar) Q1 2014 Q1 2013
Umsatz 1.270 1.024
davon Streaming 1.066 781
Reingewinn 53,1 2,7

In jenen 40 Ländern, in denen Netflix außerhalb der USA tätig ist, schreibt das Unternehmen noch Verluste. Das soll sich für die bestehenden Märkte aber noch in diesem Jahr ändern. Weil Netflix aber weitere Länder zu entern plant, darunter Deutschland, wird das internationale Ergebnis insgesamt weiter negativ bleiben.

Netzneutralität

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Der anhaltende Zustrom neuer Kunden ermuntert die Netflix-Manager zu einer Preiserhöhung. Wie CEO Reed Hastings und Finanzchef David Wells in einem Brief an die Aktionäre (PDF) mitteilen, soll die monatliche Gebühr je nach Land um ein bis zwei US-Dollar steigen. Dabei ist das Unternehmen ein gebranntes Kind: 2011 hatten Preiserhöhungen in den USA für einen Kundenschwund samt Absturz des Aktienkurses gesorgt.

Diesmal soll alles anders werden. Anfang des Jahres gab es einen Probelauf in Irland. Dort wurde der Tarif von sieben auf acht Euro erhöht, was nur "begrenzte Auswirkungen" gehabt haben soll. Bestandskunden zahlen noch zwei Jahre lang den alten Preis. Ähnliche Übergangsregeln soll es auch auf den anderen Märkten geben. "Diese Änderungen werden uns in die Lage versetzen, mehr Inhalt zu kaufen und eine noch bessere Streaming-Erfahrung zu liefern", verspricht Netflix seinen Eigentümern.

Der Streit um die Netzneutralität in den USA geht unterdessen weiter. Erneut fordert Netflix gebührenfreie Zusammenschaltungen mit den Endkunden-ISP. Gegenüber Marktführer Comcast musste Netflix klein beigeben und zahlen. Daraufhin haben sich die Bandbreiten für Netflix-Streams an Comcast-Anschlüssen tatsächlich verbessert. In Netflix' März-Ranking hat Comcast gleich sechs Plätze gut gemacht.

In ihrem aktuellen Brief ziehen Hastings und Wells über den Netzbetreiber AT&T her. Deren Glasfaser-Anschlüsse böten eine schlechtere Performance, als so mancher DSL-Provider, sagt Netflix mit Verweis auf die eigene Statistik. Nach Comcast hat nun offenbar AT&T Hastings Unmut auf sich gezogen. Ein Blogpost eines AT&T-Managers, in dem Hastings Position in Sachen Netzneutralität als "arrogant" bezeichnet wird, hatte daran wohl seinen Anteil. Doch auch bei den AT&T-Kunden selbst ist der Text nicht gut angekommen, sofern die 250 kritischen Kommentare repräsentativ sein sollten. (ds)