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Videocodec TrueMotion VP8 tritt gegen H.264 an

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On2 Technologies stellt auf der an diesem Wochenende beginnenden International Broadcasting Conference (IBC) in Amsterdam die achte Generation seines Videokompressionsverfahren TrueMotion VP vor. Der auf Web-TV, IPTV und Videokonferenzen ausgerichtete Codec soll einmal mehr bessere Bildqualität bei niedrigerer Bitrate und geringeren Hardware-Anforderungen erzielen.

VP8 überträfe in puncto Kodiereffizienz "dramatisch alle derzeit verfügbaren kommerziellen Algorithmen", heißt es von Seiten des Herstellers. Dafür seien rund 40 Neuerungen gegenüber der Vorgängerversion des TrueMotion-Codec verantwortlich. In einigen Fällen benötigten führende H.264-Implementierungen laut Ankündigung die doppelte Datenrate wie der hauseigene Codec, um dieselbe Bildqualität zu erzielen. Schon bei der Einführung von TrueMotion VP6 im Jahr 2003 warb On2 Technologies damit, H.264 übertrumpfen zu können. Allerdings steckte H.264 zum damaligen Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen und hat sich in der Zwischenzeit deutlich weiterentwickelt.

On2 Technologies ist beleibe kein unbeschriebenes Blatt: VP3 lebt in Form des Open-Source-Codecs Ogg Theora weiter, den das W3C sogar im HTML5-Standard verankern wollte. VP6 sorgt seit einigen Jahren bei Flash-Videos für bessere Qualität als Sorenson Spark (H.263) und soll auch in JavaFX integriert werden. Die Firma hat VP6 in den vergangenen Jahren weiter optimiert und im Herbst 2007 mit VP6-S ein Profil für hochaufgelöste Flash-Videos nachgelegt. Der Nachfolger VP7 kommt beispielsweise bei Skype zum Einsatz.

Angesichts des allgemeinen Trends zu H.264 bei Handy-TV, IPTV, HDTV oder Blu-ray Disc steht On2 Technologies erheblich unter Druck, will es sich mit seinen proprietären Codecs im Markt behaupten. Adobes Entscheidung, in Flash 9 ebenfalls H.264 zu unterstützen, dürfte ebenfalls nicht unbedingt zur Entspannung in On2s Chef-Etage beigetragen haben. (vza)

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