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Videospiel-Abhängigkeit soll als Krankheit anerkannt werden

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat "Gaming Disorder" in die Beta-Version für das Klassifizierungssystem ICD-11 aufgenommen.

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Online-Spielsucht

(Bild: dpa, Axel Heimken)

In der aktuellen Beta-Version des Klassifizierungssystems ICD-11, das voraussichtlich im Mai 2018 veröffentlicht werden soll und ICD-10 ablöst, hat die WHO eine neue Diagnose formuliert. Unter dem Schlüssel 6D11 in der Kategorie "Disorders due to addictive behaviours" findet sich hier neuerdings "Gaming Disorder", also die Sucht nach Videospielen.

Nach der Definition geht es um Suchtverhalten bezüglich Online- und Offline-Videospielen. Sie ist erkennbar an eingeschränkter Kontrolle über Spielzeit und -häufigkeit, wachsender Bedeutung, die das soziale Leben des Anhängigen in den Hintergrund verdrängt und der Fortsetzung des Spielens trotz negativer Konsequenzen.

Die Formulierung des Krankheitsbilds ist nahezu identisch zum Krankheitsbild 6D10, der Spielsucht (Glücksspiele mit Gewinnmöglichkeit). Normalerweise soll die Diagnose erst nach zwölf Monaten andauernden Symptomen gestellt werden, in schweren Fällen kann davon auch abgewichen werden. (jam)

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