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Viel heiße Luft um Raumschiffe zum Mars?

Boeing und SpaceX liefern sich eine rhetorische Schlacht um die Mars-Eroberung. Dabei sind beide Unternehmen nicht einmal in der Lage, Astronauten sicher zu nähergelegenen Zielen wie der ISS zu bringen.

Darstellung einer Rakete im Flug

(Bild: NASA)

Schon im Herbst hatte Präsident Trump eindeutig vorgegeben, dass sich die NASA bitte auf den Mond konzentrieren solle; der Mars sei erst der zweite Schritt, um Amerika an die Spitze der Raumfahrt zurückzubringen. Nun prahlte Boeing-Chef Dennis Muilenburg im amerikanische Fernsehen einmal mehr, dass sein Unternehmen – und nicht SpaceX – die Rakete stellen werde, die den ersten Menschen zum Mars befördert. 2019 würde Boeing erste Testflüge starten, zunächst als Mondumrundung. Dabei waren bemannte Raumflüge ursprünglich bereits für 2017 avisiert.

Tatsächlich benötigt die NASA vor allem Raketen für Flüge zur Internationalen Raumstation ISS. Hierfür nutzt sie derzeit russische Raketen. Boeing und SpaceX bekamen deshalb vor geraumer Zeit Fördermittel, um Nachfolger für die Space Shuttles zu konstruieren – ab 2017 wollte die NASA ohne russische Hilfe auskommen. Da aktuell weder die Raumschiffe von Boeing noch von SpaceX einsatzbereit sind, scheint daraus vorerst nichts zu werden.

Ankündigungen für Marsflüge entbehren zudem einiger Realität. So hatten wichtige NASA-Berater gerade erst Zweifel an der Sicherheit der Raumkapseln von Boeing und SpaceX geäußert. Ohne Fördermittel von Seiten der Weltraumbehörde werden die bemannten Starliner-Kapseln von Boeing aber nicht in den Weltraum starten. Und auch wenn SpaceX-Chef Elon Musk die Mars-Flüge gern kommerzialisieren möchte, können auch die Dragon-Kapseln von SpaceX kaum ohne öffentliche Fördermittel weiterentwickelt werden.

(uk)

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