Vielfalt bei Facebook: Führungskräfte verhindern mehr Diversität

Vor zweieinhalb Jahren hatte Facebook angekündigt, sich für mehr Vielfalt unter den eigenen Mitarbeitern einzusetzen, getan hat sich nichts. Schuld ist Medien zufolge eine kleine Gruppe von Führungskräften, die bei Einstellungen das letzte Wort haben.

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Vielfalt bei Facebook: Führungskräfte verhindern mehr Diversität

Facebooks Zentrale in Menlo Park

(Bild: Facebook)

Von
  • Martin Holland

Facebooks eigene Führungskräfte stehen dem Unternehmen auf dem Weg hin zu mehr Vielfalt bei seinen Mitarbeitern im Weg. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf anonym bleibende ehemalige Angestellte, die sich über die Einstellungspraxis frustriert gezeigt hätten. Dabei hatte Facebook im Sommer 2014 angekündigt, mehr dafür tun zu wollen, Menschen verschiedenster Hintergründe einzustellen. Die danach veröffentlichten "Diversity Reports" hatten aber deutlich gemacht, dass das nicht gelang, blieb die Zahl der weiblichen Mitarbeiter doch ebenso konstant wie die der Latinos und der Schwarzen.

Wie das Wall Street Journal bereits im Sommer 2016 öffentlich gemacht hatte, hatte Facebook Anreize für die Anwerbung von Bewerbern geschaffen, die nicht männlich, weiß oder asiatisch sind. Statt einem Punkt sollte jeder Anwerber zwei Punkte in einem internen Belohnungssystem bekommen, wenn er solch einen Kandidaten fand und zu einer Bewerbung brachte. Das habe die rekrutierenden Mitarbeiter auch angespornt, schreibt Bloomberg nun, aber auch wenn die neuen Kandidaten die ersten Runden erfolgreich gemeistert hätten, seien sie letztlich immer am letzten Schritt und einer Gruppe von 20 bis 30 Entscheidern gescheitert. Deswegen hätten sie ihre Versuche schon nach wenigen Monaten frustriert eingestellt, trotz der Extrapunkte.

Ging es um Ingenieursposten hätten die Entscheider am Ende doch immer wieder jegliches Risiko gescheut und sich für männliche Kandidaten mit weißem beziehungsweise asiatischem Hintergrund entschieden. Auslöser sei meistens gewesen, welche Hochschule sie besucht beziehungsweise für welches Unternehmen sie vorher gearbeitet haben und ob sich aktuelle Facebook-Mitarbeiter für sie aussprachen. Genau durch solche Entscheidungsgründe würden aber Menschen mit unterrepräsentierten Hintergründen benachteiligt. Wenn nach unzähligen Vorstellungsgesprächen die besuchte Hochschule entscheidend sei, wäre das eine unglaubliche Zeitverschwendung, kritisiert die Beraterin Joelle Emerson gegenüber Bloomberg.

Wie Facebook vergangenes Jahr aufschlüsselte, liegt der Frauenanteil unter den eigenen Technikern immer noch lediglich bei 17 Prozent. Im Sommer 2014 hatte er 15 Prozent betragen. Geht es nicht nur um Techniker, sondern alle Mitarbeiter war der Anstieg des Anteils von 31 auf zuletzt 33 Prozent trotz der Anstrengungen ähnlich gering. Der Anteil der Latinos und Schwarzen ist in diesem Zeitraum mit 6 Prozent sogar konstant geblieben. Mitarbeiter mit weißem oder asiatischem Hintergrund kommen dagegen zusammen auf 90 Prozent (nach 91 Prozent im Sommer 2014). (mho)