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Vielversprechender UMTS-Gehversuch in Hannovers Innenstadt

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In Zusammenarbeit mit Siemens bietet Vodafone als erster der sechs Lizenzinhaber in der Innenstadt von Hannover UMTS-Dienste an. Wir haben den neuen Service getestet.

Die Teststellung bestand aus einem NEC-UMTS-Handy, einem Compaq IPaq-PDA mit Betriebssystem Pocket PC 2002, einem Terminal-Adapter und einem Datenkabel für die Verbindung zwischen Handy und Organizer. Das UMTS-Handy dient als Funk-Modem und läuft in Verbindung mit dem IPaq mit nur maximal 64 kBit/s, also ISDN-Geschwindigkeit. Möglich seien derzeit zwar 384 kBit/s, allerdings sei es Siemens nicht rechtzeitig gelungen, einen passenden Treiber für den Adapter zu liefern, so Vodafone.

Vodafone deckt mit dem Testnetz schon einen ansehnlichen Bereich ab. Entgegen den letzten Meldungen sind jedoch insgesamt nur 8 und nicht 16 UMTS-Basisstationen in Betrieb. In der Hannoveraner Markthalle buchte sich das Gerät in die Funkzelle am Kröpcke-Center ein. Weitere Stadt-Funkzellen befinden sich am Steintor, am Fernsehturm gegenüber dem Bahnhof und in Bemerode. Bei den Masten in der Innenstadt handelt es sich um kombinierte GSM-UMTS-Stationen.

Der Verbindungsaufbau erfolgt wie gewohnt innerhalb weniger Sekunden. Da derzeit leitungs- und nicht wie bei GPRS paketvermittelt übertragen wird, wählt der IPaq den Vodafone-UMTS-Server in Düsseldorf an und nach circa 5 Sekunden erscheint das UMTS-Portal auf dem IPaq-Display.

Das Diensteangebot ist trotz des frühen Entwicklungsstandes schon beachtlich: Die Applikationen auf dem IPaq sind Web-basiert und sauber geordnet in acht Menüs. Die Palette reicht vom Mobile Office mit VPN-Anschluss an ein Firmennetzwerk über die E-Mail-Kommunikation bis hin zur persönlichen Adress- und Terminverwaltung. Selbst standortbezogene Dienste, die sogenannten Location Based Services, bietet Vodafone. Auch Downloads von Kinotrailern und MP3-Files waren schon möglich.

Mehrere Telefonietests bestand das UMTS-Netz tadellos. Die Sprachqualität ist ähnlich gut wie die eines Festnetzanschlusses. Kein Rauschen oder andere Verzerrungen störten die Verbindung.

Filme konnten wir über die vergleichsweise schmalbandige 64-kBit/s-Leitung laden, wenngleich nur leicht ruckelnd -- dennoch war es beeindruckend, Livestreams etwa von der Tagesschau mobil auf einen Organizer präsentiert zu bekommen. Das von Siemens entwickelte PacketVideo lädt die Filme als MPEG4-Files. Die Qualität war trotz des kleinen Displays akzeptabel. Das Gezeigte lässt hoffen, dass mit 384 kBit/s und mehr eine gute Qualität möglich wird. (mgo)

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