Virtual Reality beim Sundance Festival: Mit Godzilla kämpfen und sich frei wie ein Vogel fühlen

Das Sundance Film Festival hat mit der Virtual-Reality-Kategorie eine neue Rubrik ausgerufen. In den Beiträgen fliegen Zuschauer etwa wie ein Vogel über die Straßen von San Francisco und erleben die Zerstörungswut eines Godzilla-Monsters am eigenen Leib.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 1 Beitrag

(Bild: Sundance Film Festival)

Von

Die neue Rubrik Virtual Reality wartet beim diesjährigen US-amerikanischen Sundance Film Festival in Utah mit 14 Projekten auf – elf davon weisen interaktive Elemente auf. Dabei wollen Filmemacher die Grenzen des Geschichtenerzählens neu ausloten und sprechen von einem gänzlich neuen Medium am Horizont.

Die Beiträge stammen vorwiegend aus dem Kunstkontext und transportieren oft auch eine politische Botschaft. "Project Syria" versetzt den Zuschauer etwa in in den Mittelpunkt eines Raketenangriffes und in "Perspective; Chapter I: The Party" erlebt man eine College-Party aus den Augen eines Mannes und alternativ aus der Sicht einer Frau. "Kaiju Fury!" lässt den Zuschauer wiederum winzig erscheinen und liefert ihn der Zerstörungswut eines Godzilla-ähnlichen Giganten aus. Dem Filmemacher Ian Hunter zufolge wurde das Projekt mit einer 360-Grad-Kamera in 3D aufgenommen.

Die für das Erleben der Projekte "Perspective; Chapter I: The Party" und "Kaiju Fury!" nötige Peripherie kann übrigens in einem Workshop in Form einer Virtual-Reality-Brille selbst gebaut werden. Google hat die Besucher des Filmfestivals nach eigenen Angaben zufolge mit 8.000 derartiger Bastelkits versorgt.

Die Installation "Birdly" geht noch einen Schritt weiter – neben der Oculus-Rift-Brille wartet gleich ein ganzer Stuhl inklusive Holzflügeln und Ventilator auf den Zuschauer. Hierbei handelt es sich um einen Simulator, der den Flug eines Vogels über San Francisco inszeniert – inklusive selbst ausgelöstem Flügelschlagen, Schatten auf dem Boden und fühlbaren Windböen.

Virtual-Reality-Projekte auf dem Sundance Film Festival 2015 (10 Bilder)

In "1979 Revolution Game" erzählen die Game-Designer von Rockstar Games Navid Khonsari und Vassiliki Khonsari dem Zuschauer eine interaktive Geschichte im Zuge der Iranischen Revolution.
(Bild: Sundance Film Festival)

Neben den künstlerischen Projekten versucht sich auch Hollywood an der virtuellen Realität und das Filmstudio Fox entführt den Zuschauer auf ein 360-Grad-Set des Films "Wild". Hier erlebt man eine Szene zwischen den Schauspielerinnen Reese Witherspoon und Laura Dern. Weitere Virtual-Reality-Projekte seien Fox zufolge auf dem Weg. Im Zuge des Sundance Film Festivals gab überdies das Studio Annapurna Pictures die Gründung einer Virtual-Reality-Abteilung bekannt, das teilte die Geschäftsinhaberin Megan Ellison dem Entertainment-Portal Variety gegenüber mit.

2012 tauchten ferner erstmals Virtual-Reality-Projekte auf dem Sundance Film Festival auf. Dabei wurde Palmer Luckey, Gründer von Oculus VR, vom Erfolg seines Projektes "Hunger in Los Angeles" derart angespornt, eine Consumer-Version seiner Oculus Rift getauften Virtual-Reality-Brille zu entwickeln.

Das neu gegründete Oculus Story Studio stellte am Montag darüber hinaus seinen ersten in Echtzeit generierten Virtual-Reality-Kurzfilm "Lost" vor. Wie Regisseur Saschka Unseld gegenüber dem Technikportal The Verge mitteilte, sei die Länge des Films in einem abgesteckten Rahmen variabel und es komme beim Erzähltempo auf das "Verhalten des Zuschauers an". (des)